Straubenhardt

Früh übt sich, wer später mal ein Meister werden will

von Constantin Hegel

Straubenhardt-Feldrennach. Es ist wahrscheinlich der Traum eines jeden Musikvereins. Bis zu 100 junge Musiker hat der MV "Harmonie" Feldrennach in seinen Reihen. Dass dahinter auch harte Arbeit des dazugehörigen Fördervereins steckt, zeigte sich auf dem viertägigen Musikfest auf der Wiese an der Langenalber Straße. Frei der Nase nach durften sich dort die jüngsten der Besucher an verschiedenen Instrumenten versuchen. Im vergangenen Jahr konnten durch die Aktion sieben Jung-Musiker für das Orchester gewonnen werden.

Vielleicht nicht mit wehenden Fahnen und Fanfaren, zumindest aber mit ordentlicher Marschmusik begleitete das Orchester dieses Jahr den Weg der Feuerwehr, die unweit der Festwiese die Grundsteinlegung des neuen zentralen Feuerwehrhauses feierte. Zusammen zogen die Gruppen die Straße bis zum Festzelt hinunter – der Startschuss für das viertägige Musikfest im Ort. "Die Gemeinde hatte angefragt, ob das dieses Jahr so möglich ist", berichtet der zweite Vorsitzende des Musikvereins Timo Conzelmann. "Sonst ziehen wir mit den Instrumenten immer durch den Ort."

Vereine kämpfen um jedes neue Mitglied

Dann hieß es für die Mitglieder: Vier Tage rödeln, essen servieren, ausschenken. Im Schichtdienst half im Wechsel der Turnverein und der Sportverein aus. Ein traditionelles Fest, wie es sie in vielen Orten gibt. Mit einem 1000-Mann-Zelt sogar ziemlich groß – vor allem wenn es jedes Jahr gestemmt werden will. Das bedeutet Aufwand.

Dazu spielten Orchester und Jugendkapelle auf der Bühne. Da mitzumachen – für immer weniger Kinder und Jugendliche ist das ein Bedürfnis in ihrer Freizeit. Die Vereine kämpfen um neue Mitglieder – und manche werden kreativ wie der MV "Harmonie".

Im vergangenen Jahr starteten sie die Aktion, bei der auf einem Tisch Instrumente ausgelegt wurden. Kinder und Jugendliche konnten wahllos drauflospusten oder schlagen. Das Ergebnis: Sieben junge Musiker in Ausbildung. "Aus den zwei Stunden, die wir geplant hatten, wurden dann schnell vier" erinnert sich Lukas Hutter. "So groß war der Andrang." Gespielt werden kann alles, was im Orchester so erklingt. Bei den neuen Mitgliedern schnitten mit Trompeten und Hörnern die Blechblasinstrumente besonders gut ab.

Während also im Festzelt die Männer um "Tobias’ Polka-Bande" die musikalische Untermalung auf Niveau hielten, klopften die kleine Thea Weber und Brüderchen Lias aus Langenalb auf der Triangel und verschiedenen Holzstäben, während Selina Barth aus Arnbach das Xylophon zum Klingen brachte. Sichtlich Spaß hatten die Kinder an der Aktion – und Mutter Nancy Weber sprach die Kerbe an, in die der MV damit schlägt. "Es gibt sonst für unter Dreijährige keine musikalischen Angebote. Jetzt haben wir die Ankündigung gelesen und sind hier her." Auch Lilly Camek schnappte sich eine Posaune und legte los. Im Verein nimmt die junge Feldrennacherin bereits Blockflötenunterricht. Den Abschluss des Festes bildet der musikalische Mittagstisch am vergangenen Montag.