Steinach

Genehmigung von Glyphosat als "Katastrophe" bezeichnet

von Gotthard Müller

Steinach. Der Naturschutzbund (Nabu) Mittleres Kinzigtal hat im Steinacher Gasthaus Rose auf das abgelaufene Vereinsjahr zurückgeblickt.

In lockerer, familiärer Atmosphäre blickte Vorsitzende zunächst auf den aktuellen Stand des Nabu in ganz Deutschland (siehe Info). Insbesondere das Thema Windkraft und immer wieder der Gütschkopf wurde immer wieder behandelt.

Ein Thema für 2018 sind laut Pfau die Seminare, hierzu gebe es vom Landesverband unendlich viele Unterlagen. Änderungen gebe es im kommenden Jahr auch beim Datenschutz.

Im Mai gab es einen Vortrag über Schmetterlinge. Christine Haas-Matt berichtete, dass dieser sehr interessant gewesen sei. Allerdings verzeichnete er nur einen geringen Besucherzulauf.

Bei der Vorsitzenden gingen auch eine ganze Reihe von Anfragen ein. Gekreische entpuppte sich als der Durchzug von Kranichen, und auch mit dem Fällen eines Baums in Oberwolfach musste der Nabu sich beschäftigen. Verschiedene Anfragen gab es auch zur Situation der Vögel. Vogelexperte Rudi Allgaier nannte beispielsweise Katzen als Gefahr.

Leiter für Kindergruppe wird dringend besucht

Beim Sommerspaßprogamm wurde eine Bachputzete gemacht, die von den Kindern begeistert durchgeführt wurde. Dringend wird jemand gesucht der eine Kindergruppe leitet, nähere Informationen sind bei der Vorsitzenden Pfau erhältlich.

Im Steinacher Oberbach wurde ein Nistkasten für den Wiedehopf angebracht, im Unterharmersbacher Grün gab es eine Ehrung für ein schwalbenfreundliches Haus. Im Haslacher Bildungszentrum wurden außerdem vier Schüler für ihr soziales Engement geehrt.

Kassiererin Hilde Kinnast gab Auskunft über das finanzielle Geschehen. Nach 24 Jahren wurde eine neue Mähmaschine zum Preis von 10 300 Euro angeschafft. Zur Finanzierung trugen der Nabu, die Gemeinde Steinach und die Stadt Haslach bei. Trotz dem darauf begründeten Minus in der Kasse steht der Verein gut da.

Nach der einstimmig gefassten Entlastung des Vorstands nannte Pfau in ihrem Ausblick den anstehende Kopfweidenschnitt. Voraussichtlich im April gebe es einen Vortrag zum Thema Insekten, Ort und genaues Datum werden noch mitgeteilt. Als eine Katastrophe wurde die genehmigte weitere Verwendung von Glyphosat bezeichnet.

Pfau wartete noch mit einer Überraschung auf, einer Ehrung. Sie durfte den Steinacher Johannes Kienzler für seine 20-jährige Mitgliedschaft im Nabu danken und ehren, er war schon in der Jugendgruppe aktiv.

Weiter erhielt wieder jeder Teilnehmer den Nabu-Kalender 2018, der wieder mit herrlichen Aufnahmen versehen ist.

Zum Abschluss des Abends zeigte Kinnast eine Auswahl schöner Fotos, unter anderem von der ersten erfolgreichen Steinacher Storchenbrut.

INFO

Der Verein

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) wurde 1899 gegründet, damals als "Bund für Vogelschutz". Er widmet sich konkreten Naturschutzunterfangen im In- und Ausland. Die Wikipedia gibt für den Nabu mit seinem bayrischen Partner LBV im Jahr 2016 575 000 Mitglieder an. Sie sind in ganz Deutschland in etwa 2000 lokalen Gruppen organisiert. Da der Nabu vom Staat als Umwelt- und Naturschutzverband anerkannt ist, muss er bei Eingriffen in den Naturhaushalt angehört werden. Der Nabu-Ortsverein Mittleres Kinzigtal hat laut der Vorsitzenden Carmen Pfau aktuell 611 Mitglieder.                                             (lmk/gm)