St. Georgen

Zu wenig Wasser, zu viele Käfer

von Karlheinz Hoffmann.

St. Georgen. Wassermangel und Borkenkäfer sind die Probleme des hiesigen Waldes. Die Ortsvorsteher und Gemeinderäte konnten sich ein Bild davon machen. Bürgermeister Michael Rieger hatte zu einer offiziellen Waldbegehung eingeladen.

Die Ortsvorsteher und Gemeinderäte folgten fast vollständig der Einladung zu der Veranstaltung, die in der Regel nach Wahlen stattfindet, damit sich neue Ratsmitglieder ein Bild von "ihrem" Wald machen können. Wiedergewählte Kommunalpolitiker können sich über die Entwicklung seit der letzten Wahl informieren.

Zu Beginn gab es Informationen aus erster Hand von Förster Thomas Leser. Auf der Gemarkung St. Georgen gibt es 3800 Hektar Wald, 2300 davon liegen in privater Hand, 550 Hektar sind Stadtwald, der Rest gehört dem Staat.

Wissenswertes zum Thema Wald gab es reichlich. Kreisforstamtsleiter Frieder Dinkel­aker steuerte auch Informationen aus dem Kreis bei. Probleme bereite das fehlende Wasser und die daraus resultierende Trockenheit. Dies ruft den Borkenkäfer auf den Plan. So zeigte Thomas Leser als erstes einen Platz mit Käferbefall. 70 bis 80 Bäume, rund 3000 Festmeter, mussten geschlagen werden. Das seien zwei Drittel des geplanten Holzeinschlages. Verdienen lässt sich mit dem Verkauf allerdings nichts, so Leser. Wahrscheinlich decken sich die Kosten für den Holzeinschlag mit den Einnahmen aus dem Verkauf.

In diesem Teil des Waldes gibt es auch eine Naturverjüngung. Junge Tannen sind zu sehen. Diese sind vom Verbiss verschont. Dies ist ein weiteres Problem: Wild hat in einem weiteren Waldstück etliches verbissen. So auch Eiben, die hier eigentlich nicht üblich sind und eigentlich perfektes Möbelholz liefern würden. Förster Leser wünscht sich zudem Vielfalt, um auch vor dem Klimawandel gefeit zu sein, und hat die Eibe deshalb hierher gebracht. Andere Sorten sollen noch folgen. Auf die Fichte will er jedoch nicht verzichten. So könne der Marktentwicklung Rechnung getragen werden.

In einem weiteren Gebiet zeigte der Förster wie es aussieht, wenn Wild frei ist. Der Bejagung kommt eine große Bedeutung zu, soll der Wald nachhaltig erhalten werden.

Für alle Beteiligten war es ein sehr informativer rund zweistündiger Rundgang, der in der Großbauer Linde sein Ende fand.