St. Georgen

Tödlicher Unfall: Wichtiger Zeuge gesucht

von Nadine Klossek

St. Georgen - Nachdem am Dienstagabend eine Frau auf Höhe des Brudermoosparkplatzes verunglückt ist, gibt die Polizei weitere Details zu dem tragischen Unfall bekannt.

Am Mittwochmorgen scheint auf Höhe des Brudermoosparkplatzes auf den ersten Blick wieder alles beim Alten. Fahrzeuge fahren mit relativ hoher Geschwindigkeit über die Bundesstraße, einige Lastwagenfahrer genießen ihre Pause auf dem Parkplatz. Nichts scheint darauf hinzudeuten, dass sich hier am Abend zuvor eine menschliche Tragödie abgespielt hat: Gegen 19.30 Uhr rückten Polizei, Feuerwehr und Rotes Kreuz aus, nachdem eine 60-jährige Radfahrerin von einem Auto erfasst und schwer verletzt worden war. Sie erlag noch an der Unfallstelle ihren Verletzungen.

Autofahrer hat offenbar kaum eine Chance

Die Polizei gab am Mittwochmorgen weitere Details bekannt, wie sich der tragische Unfall ereignete. Demnach habe der Autofahrer nach derzeitigem Ermittlungsstand kaum eine Chance gehabt, die Frau früh genug zu erkennen. Wie Dieter Popp, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Tuttlingen, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, habe offenbar just in dem Moment, in dem die Frau ihr Fahrrad über die Straße schob, ein Lastwagen den Brudermoosparkplatz in Richtung Peterzell verlassen.

Da die Fahrradfahrerin augenscheinlich hinter dem Lastwagen die Straße kreuzte, konnte der 43-jährige Autofahrer, der in Richtung St. Georgen unterwegs war, die Frau erst erkennen, als es bereits zu spät war. Die 60-Jährige wurde frontal erfasst und mehrere Meter weit geschleudert. Der Ehemann befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der anderen Straßenseite. Er wurde vor Ort von der Notfallseelsorge betreut.

Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft wurde ein Sachverständiger hinzugezogen, der den Unfallhergang genauer ermitteln soll. "Dieser wird grundsätzlich hinzugezogen, wenn ein Unfallbeteiligter, wie ein Radfahrer oder Fußgänger, die Fahrbahn von links überquert", sagt Popp. Hintergrund sei die Annahme, dass Unfallbeteiligte eher erkannt werden könnten, da sie in diesem Fall erst die Gegenfahrbahn kreuzen, ehe es zu einem Zusammenstoß kommt. Zu klären sei daher im Hinblick auf den Unfall, inwieweit dem Autofahrer eine "Mitverursachung angerechnet werden kann".

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sei der Autofahrer nicht zu schnell unterwegs gewesen. "Im Zuge der Ermittlungen wird das noch genauer geprüft", erklärt der Pressesprecher. Allen voran der Fahrer des Lastwagens gilt als wichtiger Unfallzeuge. Hinweise nimmt die Verkehrspolizeidirektion, Telefon 0741/34 87 90, in Zimmern ob Rottweil entgegen.

Am Fahrzeug des 43-Jährigen entstand laut Polizei ein Schaden in Höhe von etwa 9000 Euro. Die B 33 war während der Unfallaufnahme mehrere Stunden gesperrt.