St. Georgen

Jeder Zentimeter wirkt sich aus

von Schwarzwälder-Bote

Von Dieter Vaas

St. Georgen. Die Sanierung der Bahnhofstraße sowie die Neugestaltung des Bärenplatzes werden konkreter. Vom Regierungspräsidium gibt es bereits "grünes Licht". Der Gemeinderat beschäftigte sich mit der Vorplanung. Die Gesamtkosten (ohne Kanal) liegen bei rund 3,1 Millionen Euro.

Die Gesamtmaßnahme soll diese wichtige Straße auch optisch aufwerten, hat Bürgermeister Michael Rieger die Richtung vorgegeben. Die Planung von der Kreuzung mit der B 33 bis zum Bärenplatz sind bereits weit fortgeschritten. Gerhard Salzmann, der in Tuttlingen ein Fachbüro betreibt, stellte diese im Gemeinderat vor.

Bis zu 15 Meter Breite stehen dem Planer zur Verfügung. Die Fahrbahn selbst will er auf sieben Meter fixieren: "Jeder Zentimeter über sechseinhalb Meter bringt auf Ortsstraße mehr Geschwindigkeit". Für Radwege sieht Salzmann keinen Bedarf. Hinzu kommen zwei Meter tiefe Parkstreifen. Sehr großzügig sind in Teilbereichen die Gehwege ausgelegt.

Bussverkehr bislang ohne Haltebuchten

Extra Haltebuchten für Busse sehen diese Planungen noch nicht vor. Nachdem aus dem Gemeinderat erhebliche Bedenken angemeldet wurden, will sich Salzmann noch Gedanken machen. Alle bisherigen Bäume müssen gefällt werden. Als Ersatz sollen 40 neue gepflanzt werden. Viel zu viel und falsch platziert, bemängelte die Ratsrunde.

Diese sah bei den Details den Winterdienst nicht ausreichend berücksichtigt. "Wir haben ein halbes Jahr Winter", lautete das Hauptargument. "Wir haben auch ein halbes Jahr schneefrei", hielt Gerhard Salzmann dagegen. Aufgrund seiner Berechnungen "ist optimale Verkehrsqualität zu erwarten", versprach er.

Beim Bärenplatz selbst ist lediglich sicher, dass er zum Kreisverkehr umgestaltet wird. Laut einer Verkehrszählung frequentieren bis zu 12 000 Fahrzeuge täglich diesen Bereich. Damit ist das Verkehrsaufkommen nicht zu hoch. Durch den relativ schmalen Radius werden überlange Fahrzeuge nicht von der Schramberger Straße über den Bärenplatz in die Bahnhofstraße abbiegen können. Diese müssen dann über die Haupt- und Sommerauer Straße ausweichen. Diesen Kompromiss will die Ratsrunde in Kauf nehmen.

Sommerpause für weitere Planung nutzen

Der Durchmesser des Kreisels soll 26 Meter betragen. Nach den bisherigen Entwürfen könnte unterm Strich ein Platzgewinn von 600 bis 800 Quadratmetern heraus kommen. Der Planer hätte gerne eine Betondecke, die dem Regierungspräsidium aber zu teuer ist.

"Sie haben alle recht", zeigte sich Stadtbaumeister Reinhard Wacker am Ende der Diskussion diplomatisch. Die Sommerpause werde für die weitere Planung genutzt. Bei der nächsten Runde gehe es um die Gestaltung. Danach folge eine Bürgerinformation.

"Wir wollen die Vorhaben als Chance nutzen und dabei Funktion und Gestaltung unter einen Hut bringen", bilanzierte Michael Rieger. Er mochte alles noch nicht zu kritisch sehen. Ihm ging es darum, den Förderantrag stellen zu können. Dem stimmte der Gemeinderat geschlossen zu.

Um die Gesamtmaßnahme umsetzen zu können, wird in Teilbereichen Grunderwerb notwendig. Noch völlig offen ist, ob und in wie vielen Teilabschnitten der Umbau erfolgen kann.