Southside Festival

Gelände wegen Unwetters evakuiert

von (skue/nil/dpa)

Neuhausen ob Eck - Nach dem Hurricane Festival hat es nun auch das Southside Festival getroffen: Das Festival in Neuhausen ob Eck ist am Freitagabend unterbrochen und das Gelände evakuiert worden. Ebenso wie beim Zwillingsfestival in Scheeßel wurden die rund 60.000 Besucher aufgefordert, sich zum Schutz vor Blitzen in ihre Fahrzeuge zu begeben - und möglichst andere Personen ohne Auto mitzunehmen.

Nach einem heißen Start haben zehntausende gut gelaunte Musikfans eine feuchte Pause beim Southside Festival erlebt. Zu Beginn der dreitägigen Open-Air Veranstaltung auf dem Gelände eines ehemaligen Militärflugplatzes in Neuhausen Ob Eck (Kreis Tuttlingen) herrschte zunächst bestes Sommerwetter bei Temperaturen um die 30 Grad.

Gegen 20 Uhr wurde es aber nass und es begann auch zu donnern. Eigentlich war es nur ein heftiger Donnerschlag, danach ein zehn oder zwanzig Minuten andauernder Regenschauer. Die Festivalbesucher packten ihre Regencapes aus, gingen zurück zu den Zelten und setzten sich unter die Pavillons. Der Festivalbetrieb werde für unbestimmte Zeit unterbrochen, wegen eines nahenden Unwetters, schrieben die Organisatoren etwa bei Facebook.

Als der Regen nachließ, wurde auf dem Campingplatz schon weiter gefeiert. Doch dann liefen Ordnungskräfte über das Campinggelände und forderten alle Festivalbesucher dazu auf, in die Autos zu gehen. Bei vielen herrschte große Unsicherheit und Verwunderung, hatte das Unwetter doch fast schon wieder aufgehört.

Panikmache wegen Rock am Ring?

Einige machten sich trotzdem auf in Richtung Autos, standen Schlange vor den Ausgängen. Unterdessen ließ der Regen ganz nach. Auf dem Parkplatz begannen die Besucher Musik anzumachen, standen um die Autos herum, tranken Bier, warteten ab.

Viele zeigten sich verwirrt ob der langen Unterbrechung. Die Veranstalter wüssten nicht, wie es weitergehe, wüssten nicht, was passiert, wurde über das Festivalradio durchgesagt. Es sei die stärkste Unwetterwarnung, die sie jemals bekommen hätten. An den Autos ärgerten sich die Leute. Vielleicht sei es Panikmache, wegen der Vorfälle bei Rock am Ring, mutmaßten einige. Schließlich habe es beim Southside in der Vergangenheit schon deutlich mehr Matsch und Regen gegeben. Die Veranstalter sagten, das Programm solle auf jeden Fall wieder aufgenommen werden - nur wann wisse man noch nicht.

Vor dem Regen hatte ein Festival-Sprecher die Stimmung als noch „blendend“ und „ausgelassen“ bezeichnet. Die amerikanische Band The Devil Makes Three und der Berliner Musiker VAUU hatten am Nachmittag pünktlich mit ihren Auftritten die Veranstaltung eröffnet. In der Nacht zum Samstag sollten unter anderem die Electro-Rock-Band The Prodigy sowie die Hamburger Hip-Hop- und Electropunk-Formation Deichkind auftreten.

Laut Organisatoren waren 60.000 Tickets verkauft worden, der Großteil der Gäste war bereits am Donnerstag angereist. Viele übernachteten in Zelten.

Notfallplan für Unwetter ausgearbeitet

Wegen der Gewittergefahr hatten Polizei, Gemeinde und Veranstalter einen Notfallplan vorbereitet. Das Festivalgelände könne zügig geräumt werden, sagte ein Polizeisprecher. Umliegende Sport- und Festhallen stünden bereit. Die Organisatoren hatten die Festivalbesucher wegen der Unwettergefahr dazu aufgerufen, ihre Autoschlüssel immer dabei zu haben, um notfalls schnell in das eigene Auto steigen zu können und sich so vor Blitzen zu schützen.

Beim Festival „Rock am Ring“ waren Anfang Juni in der Osteifel 71 Menschen durch Unwetter verletzt worden. Das „Southside Festival“ findet traditionell gleichzeitig mit dem „Hurricane Festival“ in Niedersachsen statt. Auch dort wurde die Veranstaltung am Freitagabend wegen eines schweren Unwetters zunächst unterbrochen.

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