Motorsport

Jochen Hahn ungekrönter König von Jarama

von Schwarzwälder Bote

Den Titel des Truck-Racing-Europameisters hatte sich Jochen Hahn schon vorzeitig gesichert. Das letzte Rennwochenende im spanischen Jarama war für den Altensteiger praktisch nur noch ein Schaulaufen – aber eines der überaus erfolgreichen Art.

Iveco-Pilot Jochen Hahn präsentierte sich wie ein wahrer Champion und krönte den Saisonabschluss auf dem Circuito del Jarama in San Sebastián del los Reyes im Norden Madrids mit zwei weiteren Siegen eindrucksvoll.

Erst vor wenigen Wochen hatte die Rennstrecke in Jarama einen komplett neuen Belag erhalten. Die Truckracer hatten daher noch keinerlei Erfahrungswerte. Und nun erwies sich der neue Belag nicht nur als sehr schnell, sondern auch nicht gerade als reifenschonend.

Gleich zum ersten Rennen holte sich Jochen Hahn die Pole Position vor dem Ungarn Norbert Kiss (Mercedes) und Lokalmatador Antonio Albacete (MAN). Im Rennen konnte sich der inzwischen fünffache Europameister gleich etwas vom Feld lösen und blieb so von dem Chaos, das nach gerade mal einem Drittel der ersten Runde direkt hinter ihm ausbrach und anschließend für eine einstündige Verspätung sorgte, völlig unberührt. Gleich fünf Renntrucks waren ineinander gedonnert, nachdem durch eine aufgewirbelte Staub- und Dreckwolke die Sicht kurzfristig gleich Null war.

Beim Neustart mit einem um die Havaristen reduzierten Feld stand Jochen Hahn dann allein in der ersten Reihe, da auch der Kiss-Mercedes nicht mehr fahrbereit war. Es ging nun doch wesentlich ruhiger zu. Nach einem erneut guten Start setzte sich der Altensteiger gleich wieder vom Feld ab und gewann überlegen das erste Rennen des Wochenendes vor Albacete und dem tschechischen Titelverteidiger Adam Lacko (Buggyra-Freightliner).

Im zweiten Rennen hatte der Engländer Shane Brereton (MAN) aufgrund der umgekehrten Startaufstellung die Pole vor Steffi Halm. Jochen Hahn stand auf dem achten Startplatz. Brereton war auch am Schluss ganz vorne. Jochen Hahn ließ es ruhiger angehen und wurde auf Platz sieben abgewunken.

Am Sonntag holte sich der Altensteiger mit der schnellsten Zeit des ganzen Wochenendes die SuperPole der Top-Ten. Ebenso überlegen gestaltete er das anschließende Rennen und fuhr erneut einen souveränen Start-Ziel-Sieg ein – wieder vor Antonio Albacete und vor Adam Lacko.

Das zweite Rennen am Sonntag, gleichzeitig das letzt der Saison 2018, ging an Rene Reinert. Zweiter wurde der Portugiese José Rodrigues (MAN). Jochen Hahn hatte in dieser Saison schon so oft auf dem Podium gestanden, dass er mit Platz vier hinter seiner Teamkollegin Steffi Halm komplett zufrieden war.

"Der Sieg in beiden Kategorien – Fahrer- und Teamchampionat – war zwar schon zuvor fix", meinte Jochen Hahn nach dem letzten Rennen, "dennoch wollten wir in Jarama nichts schleifen lassen. Ich denke, wir haben hier gerade auch als Team noch einmal gezeigt, dass wir die Titel auch verdient haben."

"In allen vier Rennen standen wir im Fahrer- und im Teamchampionat auf dem Podium. Damit haben wir auch eine extreme Konstanz bewiesen. Aber jetzt beginnt erst die eigentliche Härte, die vielen Feierlichkeiten. Ich hoffe, dass ich dabei genauso gut in Form bin, wie bei den Rennen", freut sich der Champion jetzt auf die "Nachsaison".

Zum Abschluss sagt Jochen Jochen Hahn: "Wir, meine Familie und ich, bedanken uns zu allererst bei unserem Team, ohne dessen unermüdlichen Einsatz solche Erfolge nicht möglich wären. Dazu gehört aber auch die entsprechende finanzielle und materielle Unterstützung durch unsere Sponsoren und Partner.. Ohne sie wäre all das, was wir erreicht haben, gar nicht möglich."