Skispringen

Vorgeschmack auf Klimawandel

von Joachim Hahne und Volker Gundrum

So könnte der Wintersport in Zukunft aussehen: Kein Schnee, aber trotzdem finden die Wettbewerbe problemlos statt. So wie am Wochenende im Schwarzwald, beim Sommer-Grand-Prix der Skispringer in Hinterzarten. "Gerade im Sommer können wir annähernd ideal unseren Sport ausüben. Wir werden natürlich mehr und mehr zum Skisportler als zum Wintersportler", sagte Horst Hüttel, Sportlicher Leiter Ski Nordisch im Deutschen Skiverband (DSV).

Irgendwie war es ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte in Zeiten des Klimawandels. "Für das Skispringen sehe ich nicht so schwarz, auch wenn die gesamte Klimaentwicklung uns schon bedenklich stimmt", sagte Hüttel. "Da muss man gegensteuern. Insgesamt sind die Probleme beim Skispringen aber nicht so groß wie im Skilanglauf oder beim alpinen Rennsport." Auch Biathleten und Langläufer sind auf Asphalt unterwegs – mit Skirollern. Die deutschen Meisterschaften Anfang September im Bayerischen Wald und kurz danach in Ruhpolding sind schon ein erster Fingerzeig in Richtung Winter. Wenig später finden dann in Minsk die "Sommer Biathlon Weltmeisterschaften" statt. Auch Grasski-Wettkämpfe gibt es, die Läufer rollen dann über die Piste.

Der Klimawandel ist vor allem für das Skispringen das kleinere Problem. Denn die Sprungschanzen lassen sich im Vergleich zu den Laufstrecken beim Biathlon, Skilanglauf oder der Nordischen Kombination sowie den Abfahrtshängen beim Ski Alpin mit vergleichsweise deutlich weniger Aufwand gut präparieren. "Wir haben viele Vorkehrungen getroffen, haben uns fast unabhängig gemacht von den äußeren Bedingungen", sagte Walter Hofer, der Direktor Skispringen beim Weltverband Fis.

Probleme bereitet da eher der Winter. "Wir haben uns schon seit ein paar Jahren darauf eingestellt", betonte Hofer jedoch. Künstliche Anlaufspuren, Windschutzeinrichtungen, Wind- und Gate-Kompensation sowie Kunstschnee sorgen bei fast jeder Witterung für gute Bedingungen.