Simmersfeld

Monster macht Chaos

von Manfred Köncke

Simmersfeld. Das Regionentheater inszeniert jedes Jahr drei bis vier neue Stücke für Erwachsene und Kinder. Ein großer Publikumserfolg war die bewegende, komödiantisch verpackte Lebensgeschichte des bekannten, deutschen Humoristen Heinz Erhard. Deshalb endet die Spielzeit 2018 am Silvesterabend auch mit "Noch’n Gedicht" – und zwei Vorstellungen (18 und 21 Uhr) im Simmersfelder Festspielhaus.

Bei den Kinderabenteuern "Pettersson und Findus" und besonders bei "Das Sams" war der durchschlagende Erfolg fast schon vorprogrammiert. Volle Ränge erhoffte sich das Regionentheater auch von den Abenteuern des Erdmonsters "Zottelkralle" nach dem Buch von Cornelia Funke. Der Vorverkauf lief allerdings schleppend. Erst kurz vor der Aufführung hellten sich die Gesichter von Regisseur Andreas Jendrusch und Produktionsleiterin Birgit Heintel deutlich auf. 100 kleine und große Zuschauer wollten live miterleben, was Zottelkralle, der Speisen von nacktschneckigen Menschen, Seife und Klaviermusik liebt, im Haus so treibt und anstellt.

Dass sich das Erdmonster bei ihnen eingenistet hat, fand Kalli super. Ihre Mutter war weniger begeistert, denn Zottelkralle verwandelte die Wohnung in eine Müllhalde. Schließlich wurde es ihr zu dumm und sie setzte das Monster auf die Straße.

Marianne Lindt spielte die quirlige, burschikose Kalli mit großem Spaß und großer Gelenkigkeit, Anke Stocker überzeugte als gefräßige, faule, chaotische und widerspenstiges Erdmonster – beide Schauspielerinnen gehören fast schon zum Stammpersonal des Regionentheaters. Zum ersten Mal war Cornelia Dippon als gestresste Mutter dabei und machte ihre Sache gut. Für das bunte Bühnenbild sorgte die Calwer Illustratorin Ilona Trimbacher. Max Schweizer zeichnete für die Licht- und Tontechnik verantwortlich. Nach der geglückten Premierenvorstellung bespielt das Regionentheater weitere Bühnen im Land und kehrt mit der "Zottelkralle" am 23. Dezember ins Festspielhaus Simmersfeld zurück.