Schwarzwald-Baar-Kreis

Ringzug soll nach St. Georgen fahren

von Felicitas Schück

Schwarzwald-Baar-Kreis - Die Weiterführung des Ringzuges nach St. Georgen wird von allen Parteien im Ausschuss für Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheit befürwortet. Der Landrat wurde ermächtigt, die notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen einzuleiten.

Weiteres Thema war die Elektrifizierung der Strecke Villingen-Schwenningen-Rottweil, die Landrat Sven Hinterseh als notwendige Voraussetzung für die Verbesserung der Verbindungen in die Landeshauptstadt bezeichnete. "Klar ist: In den neuen Tiefbahnhof können nur noch elektrische Fahrzeuge einfahren." Ein stündlich fahrender Metropolexpress Stuttgart-Villingen würde vom Land finanziert. Im Prinzip könne man dann sogar alle halbe Stunde von Stuttgart nach Villingen fahren, einmal mit Umstieg, einmal ohne.

Bei der Verlängerung des Ringzugs nach St. Georgen gehe es um das Verhältnis von Kosten und Nutzen. Das Land habe zugesagt, 50 Prozent der Betriebskosten für maximal acht Zugfahrten am Tag zu übernehmen. "Das ist ein Fortschritt, aber wir haben Gesprächsbedarf für das Wochenende", erklärte Hinterseh.

Auch mit den Bürgern und der Industrie wolle man ins Gespräch kommen, "weil wir möglichst viele auf diesem Zug brauchen." Für eine Haltestelle Villingen-West sehe man "sehr großes Potenzial". "Da haben wir große Hoffnung", sagte Hinterseh. Als weitere zusätzliche Haltestellen nannte er Peterzell-Königsfeld, Peterzell-Ort und St. Georgen-Industriegebiet. Diese Haltestellen müsse man sich näher anschauen.

Kosten und Nutzen muss geprüft werden

Ursprünglich sollten noch Donaueschingen-Pfohren und in Neudingen Haltepunkte eingerichtet werden. Weil dort aber Busverkehre seien, sehe man kein Einsparpotenzial. "Die Orte sind schon gut angebunden." Jetzt gehe es darum, "dass wir über den Zweckverband dieses Projekt anstoßen"

Der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei (CDU) sagte in der anschließenden Diskussion Unterstützung des Beschlussvorschlages zu. "Wir sind auch mit der gesamten Ausrichtung des Ringzug-Projektes einverstanden." Dieses werte er als genauso wichtig wie die Elektrifizierung der Höllentalbahn. "Zur Weiterführung des Ringzuges nach St. Georgen stehen wir sehr positiv und möchten alles dazu tun." Allerdings gebe es bei den Haltepunkten noch ein paar Details, die man im Hinblick auf Kosten und Nutzen prüfen und den Investitionen gegenüberstellen müsse. Frei nannte die Haltestelle Peterzell-Ort. Dort wäre eine Gleiserhöhung über die Norm notwendig, für die man eine Ausnahmegenehmigung benötige.

Aus St. Georgener Sicht macht die Haltestelle Peterzell-Ort doch Sinn "und ist technisch machbar", wie Bürgermeister Michael Rieger (Freie Wähler) erklärte: "Auch wir haben Anspruch auf einen Anschluss an die Metropolen so wie Donaueschingen. Das ist keine Neiddebatte. Wenn wir uns nicht beeilen, fährt der Zug ohne uns ab." Oliver Freischlader aus St. Georgen signalisierte für die SPD Zustimmung. "Wir sind froh darüber, dass es sich in eine gute Richtung entwickelt." Es sei wichtig, dem gesamten Ort anzuschließen, nicht nur das Industriegebiet. Das bringe auch weitere Vorteile für Triberg, Schonach und Schönwald.

Adolf Baumann (FDP) aus Blumberg unterstützte die St. Georgener: "Man sollte nicht jetzt schon eine Haltestelle zerreden."

"Akktraktive Finanzierung" durch den Bund

Cornelia Kunkis-Becker betonte, der Haltepunkt Villingen-West sei relativ wichtig und brachte noch das Aitrachtal ins Gespräch. "Es war von Anfang an klar, dass das Aitrachtal nicht elektrifiziert werden kann", sagte der Landrat dazu. Doch der Regio-Schnellbus von Blumberg nach Donaueschingen bedeute einen "Quantensprung".

Bis zum Ende der 20-er-Jahre sollen neue Regioshuttles für den Ringzug beschafft werden. Beim neuen Wagenmaterial gehe es um die Finanzierung. Landrat Sven Hinterseh befürwortet, die "attraktive Finanzierung" des Bundes zu beantragen. Wenn man die Bundesförderung nicht bekomme, könne man prüfen, ob eine Landesförderung möglich wäre.