Schramberg

Über den Status der Freiwilligkeit längst weit hinaus

von Lara Kiolbassa

Schramberg. "Wir sind die Feuerwehr", meinte Kreisbrandmeister Mario Rumpf bei der Jahreshauptversammlung der Gesamtfeuerwehr Schramberg in Heiligenbronn, denn die "Freiwillige Feuerwehr" gebe es schon lange nicht mehr.

Und Stadtbrandmeister Werner Storz erklärte, man müsse sich immer vor Augen halten, dass jeder Alarm, ob nun höchste Eile geboten oder ob es ein Fehlalarm sei, dazu führe, dass sich die Einsatzkräfte sich von ihrer Arbeitsstelle entfernten oder von zu Hause wegrannten, um schnellstmöglich ausrücken zu können. Und das zu jeder Tages- und Nachtszeit.

Storz begrüßte die Feuerwehrleute der Abteilungen Schamberg, Sulgen, Heiligenbronn, Waldmössingen und Tennenbronn im Elisabetha-Glöckler-Saal der Stiftung Heiligenbronn. Gemeinsam wurde auf das "ereignisreichste Jahr, dass wir jemals hatten" zurück geblickt. Insgesamt 35 Brandeinsätze habe es zu verzeichnen gegeben. Hierbei erwähnte Storz vor allem den Großbrand auf dem Haldenhof in Sulgen im vergangenen Sommer. Trotz einer äußerst schnellen Ausrückzeit, sei das landwirtschaftliche Anwesen bereits in Vollbrand gestanden. Glücklicherweise waren zu diesem Zeitpunkt schon alle Menschen und Tiere außerhalb des Gebäudes. Noch mehrere Tage lang waren Nachlöscharbeiten erforderlich.

Zudem rückten die Abteilungen zu insgesamt 70 Hilfeleistungen an, wie etwa zum Befreien verunglückter Personen, zur Tierrettung, zu Gasalarmen sowie Ölunfällen und der Beseitigung von Ölspuren. Die Anzahl an Fehlalarmen habe sich mit 47 Stück gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich erhöht. Im gesamten Stadtgebiet seien zurzeit 22 Brandmelde-Anlagen von Betrieben und Einrichtungen an die Feuerwehr aufgeschaltet. Einen Einsatz habe der ABC-Zug beim Brand eines Galvanik-Betriebes in Sulz gehabt, die Nachbargemeinden wurden in 18 Fällen von den verschiedenen Abteilungen unterstützt.

Insgesamt 173 Feuerwehrangehörige sind in der Gesamtfeuerwehr Schamberg aktiv. 38 davon in der Talstadt, 42 in der Abteilung Sungen, 23 in Heiligenbronn, 28 in Waldmössingen und 42 in Tennenbronn. Die Jugendfeuerwehr hat 26 Mitglieder, die Alterswehr 61 Kameraden.

Im vergangenen Jahr traten Felix Lauble, Christof Naziris und William Trabi der Abteilung Schamberg bei, Andreas Munz wurde in die Abteilung Waldmössingen aufgenommen sowie Alexander und Daniel Fleig in die Abteilung Tennenbronn. Von der Jugendfeuerwehr traten Mike und Jeremy Teufel in die aktive Abteilung Sulgen über sowie Oliver Munz in die Abteilung Waldmössingen.

Fünf Treffen der Alterswehr habe es gegeben, erzählte Willi Fader. Ein Frühjahrstreffen in Lauterbach, einen Ausflug im September mit Stadtbesichtigung und gemeinsamer Einkehr sowie einen Ausflug ins Markgräflerland. Der Jahresabschluss wurde traditionell bei der Adventsfeier in Schamberg gehalten. Bei der Jugendfeuerwehr begann das Jahr mit dem alljährlichen Besuch im Hallenbad. Neben Funk- und Kommunikationsübungen sowie gemeinsamen Übungen mit der Jugend des DRK Tennenbronn und der Jugendfeuerwehr Hardt standen auch gesellige Ausflüge, etwa in den Hochseilgarten Sulgen, eine Besichtigung des Polizeireviers Schambergs sowie ein gemeinsames Sommer-Abschlussgrillen auf dem Programm.

Auf den erfreulichen Bericht des Kassierers Jochen Schaub reagierte Storz belustigt: "Es ist noch was in der Kasse drin, das ist positiv." Von den Kassenprüfern Arno Zehnder und Bernd Günthner wurde Schaub bestätigt: "Alles in Ordnung. Die Kasse ist gut geführt".

Mit viel Herz ehrte Kreisbrandmeister Mario Rumpf die aktiven Mitglieder Claus Dierberer für 25 Jahre sowie Reinhold Laufer, Franz Schneider und Werner Storz für 40 Jahre und riet wieder "back to basics" zu kommen. Denn „freiwillig“ sei die Arbeit der Feuerwehrleute schon lange nicht mehr. Mittlerweile gebe es ein breites Spektrum an Aufgabengebieten, derer sich die Feuerwehr annehme. Viele Dinge würden im Verborgenen geleistet. Deshalb sei es wichtig zurück zu den Grundsätzen zu kommen, um Einzelne zu entlasten und Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen. Auch Oberbürgermeister Thomas Herzog gratulierte den Jubilaren und bedankte sich bei allen: "Es ist beruhigend zu wissen, dass Sie alle da sind, dass sie fit und ausgebildet sind."

Auch der Stellvertretende Stadtbrandmeister Patrick Wöhrle bedankte sich: "Alle von euch haben viel geleistet. Doch möchte ich jemanden ehren, der noch etwas mehr geleistet habe, als alle anderen." Bereits 1976 trat Werner Storz in die Feuerwehr ein. Von 1989 bis 2009 hatte er das Amt des Abteilungskommandanten Sulgen inne. 1996 wurde zum Stadtbrandmeister der Gesamtfeuerwehr ernannt. Im Namen aller Kameraden bedankte sich Wöhrle bei Storz für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit und überreichte ihm ein kleines Präsent.

Gemütlich klang die Versammlung bei einem gemeinsamen Essen aus. Für die Bewirtung sorgten die Frauen der Heiligenbronner Feuerwehr-Kameraden.