Schramberg

Schornsteinfeger Karl Rösch abgefegt

von Von Johannes Fritsche

Die Schornsteinfeger und Altmeister des Landkreises Rottweil sind am Freitag im Gasthaus Unot in Sulgen zusammengekommen, um den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger Karl Rösch in den Ruhestand zu verabschieden.

Schramberg-Sulgen. In Traditionskleidung stießen 15 Schornsteinfeger und die Altmeister mit einem Glas Sekt auf das Wohl ihres zum 31. Dezember in den Ruhstand gegangenen Kollegen an.

Und Friedbert Götz, zuständig für den Kehrbezirk Rottweil III (Sulz und Umgebung) brachte Rösch auf einer Drehorgel ein Ständchen. Die Ansprache hielt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger Christoph Seidel, Kreisobmann der Rottweiler Schornsteinfeger: "Wir alle kennen Deine Lebensleistung, Du hast dich immer engagiert und warst vorne mit dabei. Über mehr als 1000 Feuerstätten hast Du gewacht", und viel habe sich im Lauf der 30 Jahre geändert. "Früher waren wir Handwerker, heute sind wir mehr Bürokraten", erklärte Seidel mit Blick auf die vielen hinzugekommenen Aufgaben eines Schornsteinfegers. Als Erinnerung überreichte er Rösch eine eigens angefertigte "Florian-Plakette" mit einer Abbildung des Schutzpatrons. Dann übergab er ihm einen Blumenstrauß für dessen Ehefrau Karin.

Ulrich Niefer, zuständig für das Schornsteinfegerwesen im Landratsamt Rottweil, wollte danach eigentlich Rösch die Entlassungsurkunde überreichen, war aber wegen eines Todesfalls verhindert.

Zum "Abfegen" hätte noch gehört, dass nach altem Brauch die Kollegen die Schornsteine der Häuser um das Gasthaus Unot herum gefegt und Rösch den Erlös überlassen hätten. Wegen der Weihnachtsferien blieb es beim symbolischen Abfegen.

Seine Lehre hat Schornsteinfegermeister Karl Rösch im nordhessischen Korbach gemacht, wo er 1955 geboren wurde. Nach Zwischenstationen in Willingen im Upland und Tauberbischofsheim wurde er am 1. November 1988 von Land Baden-Württemberg für den Bezirk Schramberg-Sulgen berufen. "In Waldeck hätte ich bis 40 auf einen eigenen Bezirk warten müssen", erklärt er, warum er sich hier beworben hatte. "Mit dem Schwäbischen hatte ich keine Probleme", lacht er.

Die Arbeit habe sich im Lauf der Jahre sehr verändert: "In der Lehrzeit wurde nur gefegt, nichts gemessen. Das fing erst 1974 an, mit jährlichen Weiterbildungen hat uns die Innung fit gemacht".

Konkrete Pläne für den Ruhestand hat er nicht. "Das lasse ich auf mich zukommen", sagt er. Sein Wissen als Energieberater möchte er noch weitergeben und als Mitglied im Männerkochclub Sulgen seinem Hobby Kochen frönen.