Schramberg

Obstbauern rechnen mit üppigem Ertrag

von Lothar Herzog

Während Landwirte aufgrund des trockenen Sommers über Ernteausfälle klagen, ist die Lage bei den Obstbauern (noch) entspannter. Sie erwarten einen üppigen Ertrag.

Schramberg-Sulgen. Ein nasses Frühjahr und warme Temperaturen seit April ließen die Getreideernte vier Wochen eher beginnen als sonst. Obwohl noch nicht alle Sorten gedrescht sind, ist bereits von markanten Einbußen die Rede. Auch Beeren, Zwetschgen und Kirschen sind früher reif geworden als sonst.

Das hätte man im Frühjahr so nicht gedacht. Zwar waren Landwirte und Obstbauern wie auch Gartenbesitzer froh, dass es trotz eines kalten und nassen Januars in allen Bereichen gute Fruchtansätze gab und es in der Folgezeit zu keinerlei Schädigungen durch Frost in der Blütezeit kam. Auch sind Günter Schall, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Sulgen und Vorstandsmitglied des Kreisverbands, keinerlei Schäden durch Hagel oder Starkregen bekannt.

Mehr Erdbeeren als Spargel

Wie er jedoch feststellt, sei es seit dem Frühjahr allgemein zu trocken. Dies habe dazu geführt, dass in diesem Jahr im Südwesten mehr Erdbeeren als Spargel geerntet worden seien. Auch die Erntemengen von Johannisbeeren und Kirschen sei überdurchschnittlich hoch gewesen. Sträucher und Zweige hätten gestützt werden müssen, damit sie nicht brachen.

Durch kräftiges Wässern der Sträucher habe es bei den Himbeeren ebenfalls gute Ernteergebnisse gegeben. Weil den Heidelbeeren dagegen das Wasser gefehlt habe, seien sie klein geblieben.

Ein gutes Wachstum habe man bei Salat, Kohlrabi, Rote Bete und Zucchini nur durch zusätzliches Gießen erzielen können, räumte Schall ein.

Beim Obst hingen die Bäum e im Allgemeinen sehr voll. Zurzeit werde in Betrieben ein Teil davon ausgebrochen, damit der Rest größer werde. Eine Faustregel laute: 100 Blätter pro Apfel. Hier komme es nun auf die weitere Wetterlage an. Ende August lasse sich hier mehr sagen, so Schall.

Von Region zu Region sehr unterschiedlich ausgefallen ist die Honigernte. Während gegenüber den beiden vergangenen Jahren deutlich mehr Blütenhonig geschleudert wurde und die Depots wieder aufgefüllt werden konnten, ist die gerade abgeschlossene Waldtracht lange nicht so gut ausgefallen wie im Vorjahr. Teilweise trugen die Bienen den von den Imkern gefürchteten Melizitosehonig (Zementhonig) ein, der sich schlecht oder gar nicht aus den Waben herausschleudern ließ. Hauptursächlich dafür ist die große schwarze Fichtenrindenlaus. Trotzdem sind die Imker im Schwarzwald mit der Honigernte insgesamt zufrieden, zumal es nun schon im fünften Jahr in Folge eine Waldtracht gab. Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben.

Bäume werfen schon ihre Blätter ab

Die anhaltende Hitze der vergangenen Wochen macht neben den Fischen in den aufgewärmten Gewässern zudem den Laubbäumen gehörig zu schaffen. Sichtbar lassen sie jetzt schon durch einen so genannten Notabwurf die Blätter fallen. Die Mechanismen, die in diesen Bäumen ablaufen, sind jedoch die gleichen wie sonst im Oktober und November. Damit wollten sich die Bäume schützen, beruhigt ein privater Forstwirt.