Schramberg

Jury fordert von Teilnehmern auch Lösungen

von Schwarzwälder Bote

Schramberg. Vera Petri und Noa Bihlmaier vom Gymnasium Schramberg haben ihr Forschungsprojekt vor der Jury des Bundesumweltwettbewerbs (BUW) in Kiel vorgestellt.

Die Schüler hatten sich in Zusammenarbeit mit dem Schülerforschungszentrum Tuttlingen, nach der erfolgreichen Teilnahme beim Regional und Landeswettbewerb von Jugend forscht, mit einer schriftlichen Ausarbeitung für die Endrunde der Besten des bundesweiten Wettbewerbs qualifiziert.

Beim Bundesumweltwettbewerb bewerben sich, laut Mitteilung, Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet mit Forschungsarbeiten zu Umweltthemen. Das Besondere: Allein die Ergebnisse reichen nicht – die Schüler müssen auch Lösungsvorschläge für das ökologische Problem, mit dem sie sich oft mehrere Jahre lang beschäftigt haben, liefern. Die Ansätze schaffen es in die "Endrunde der Besten". Dazu müssen die Schüler jeweils im Frühsommer nach Kiel fahren, um dort ihre Forschungsarbeiten persönlich vorzustellen.

Unter dem Titel "Aluminium überall?" haben Vera Petri und Noa Bihlmaier ein quantitatives Messverfahren zur Bestimmung von Aluminiumionen entwickelt (wir berichteten). Diese lösen sich aus Lebensmittelbehältern aus Aluminium wie Trinkflaschen heraus, wenn Flüssigkeiten mit deren Oberflächen in Kontakt kommen. Die Idee für ihr Forschungsprojekt hatten die beiden Jugendlichen durch die immer wieder aufflammende Diskussion, in welchen Maßen Aluminium das Brustkrebs- und Demenzrisiko erhöht.

Durch ein spektralfotometrisches Nachweisverfahren zeigten ihre Ergebnisse, dass vor allem Mineralwasser sowie Getränke mit Fruchtsäuren die Aluminiumoxidschicht der Flaschen angreifen. Besonders das Einfüllen von kohlensäure- und milchsäurehaltigen Getränken sollte vermieden werden. Zeigen konnten sie auch, dass sich die Wirkung der Säureionen auf das Herauslösen von Aluminiumionen mit der Zugabe von Chloridionen verstärkt. Erst durch die Zusammenarbeit mit dem Schülerforschungszentrum Tuttlingen war es den beiden möglich, das Verfahren dort gemeinsam mit dem Standortleiter Manuel Vogel und ihrer betreuenden Lehrkraft Birgit Santalucia weiter zu entwickelt und die interessanten Ergebnisse zu erzielen. Ihre Ergebnisse geben Handlungsanstöße für weitere Forschungsaspekte.

In diesem Jahr sind bundesweit 398 Projekte beim BUW eingereicht worden. Davon waren nach einer mehrstufigen Begutachtung jeweils neun Projekte in zwei Altersklassen als herausragend bewertet und nach Kiel eingeladen worden. Im Sommer werden die Abschlussgutachten an die Schüler verschickt, die im September ihre Preise in Kiel erhalten.

Kurz vor der Jurytagung in Kiel beim BUW konnten Vera Petri und Noa Bihlmaier ihr Projekt bereits beim 17. Trinationalen Life Sciences Schülerkongress 2018 auf Schloss Beuggen vorstellen. Sie wurden nach der erfolgreichen Teilnahme beim Landeswettbewerb von Jugend forscht im März in Stuttgart dazu eingeladen und konnten mit dem Gastvortrag neben Vorträgen über aktuelle Erkenntnisse im Bereich der Demenz und Krebsforschung, welche von Universitätsprofessoren gehalten wurden, das Publikum bereichern.