Schramberg

Inventar aus dem altem Krankenhaus

von Johannes Fritsche

Der Umbau des malerisch gelegenen Paradieshofes zum Tierheim ist im vollen Gange. Mit dem "Tierheimfest" am Sonntag, 22. Juli, will der Tierschutzverein Schramberg und Umgebung den aktuellen Stand präsentieren.

Schramberg. "Wir sind froh, dass die Stadt Schramberg das vom Verein und seinen 225 Mitgliedern getragene Projekt unterstützt", erklärt Claudio Di Simio, Vorsitzender des Tierschutzvereins Schramberg und Umgebung. Dem Gemeinderat ist er dankbar für die Erhöhung der Fundtierpauschale.

Im mittleren Geschoss startete die Sanierung, beziehungsweise der Umbau: Platz für die Quarantäne- und Krankenstation sowie den Vermittlungsbereich. In der Quarantänestation wird der Gesundheitszustand neu aufgenommener Tiere festgestellt und sie können beobachtet werden. Kranke Tiere kommen dann auf die Krankenstation. "Dort können sie gemäß der Hygienevorschriften gehalten werden", erläutert Di Simio. Etliche nützliche Gengestände aus dem geschlossenen Schramberger Krankenhaus haben schon den Weg dorthin gefunden: Zum Beispiel eine OP-Lampe, Desinfektionslösungsspender, Wärmelampen, aber auch Waschbecken, Schränke und Stühle.

Im Vermittlungsbereich bleiben die Tiere, bis ihr Besitzer sich meldet oder sie ein neues Zuhause gefunden haben. Auch Futterküche und Waschraum sind im Mittelgeschoss untergebracht.

Im oberen Bereich, in der Scheune, gibt es große Erweiterungsmöglichkeiten. Dort soll unter anderem ein Schulungsraum für Mitglieder und die Jugendarbeit entstehen.

Schwerpunkt sind zurzeit vor allem Katzen und kleine Heimtiere, zum Beispiel Kaninchen, Meerschweinchen und Schildkröten. Die Räumlichkeiten für die Katzen im Vermittlungsbereich sind hell und bekommen Kratzbäume, die Hunde größere Räume mit einem Außenauslauf. Jetzt sind die Tiere noch auf Pflegestellen verteilt. Vor allem für neue Katzen werden noch dringend welche gebraucht.

Der Fall von Tierhortung ("Animal Hoarding") Mitte Mai im Kreis Rottweil (wir berichteten) hatte die Lage dramatisch verschärft, eine Reihe von Tieren übernahm der Schramberger Tierschutzverein. Den Tieren geht es jetzt besser. Nur noch vier der nach Schramberg gekommenen 13 Ziegen suchen noch ein neues Zuhause, die sechs Schafe sind schon vermittelt, ebenso die Enten und Hunde. 15 der 50 Kaninchen suchen noch und – unabhängig vom Tierhortungsfall – 30 Katzen.

Im Paradieshof sieht Di Simio die langfristig erfolgreichere Lösung, denn die schöne Atmosphäre von Gebäude und Umfeld würde sich positiv auf die Ehrenamtlichen und die Interessenten für die Tier auswirken: "Wir werden hier mehr Unterstützung finden, als mit einer Containerlösung im Gewerbegebiet".

Weitere Informationen: Das Tierheimfest am Sonntag, 22. Juli, findet von 13 bis 18 Uhr statt. Es gibt Führungen, Flohmarkt, Bewirtung, Glücksrad. Ein Shuttle-Bus fährt die Gäste zwischen Trumpf-Laser-Parkplatz und Paradieshof. Parken beim Tierheim ist nicht möglich.