Schramberg

Feuerwehr an der oberen Auslastungs-Grenze

von Melina Miller

Über ein ereignisreiches Einsatzjahr informierte Stadtbrandmeister Werner Storz am Freitag bei der Jahresversammlung der Gesamtfeuerwehr Schramberg.

Schramberg. Neben der Verkündung von Änderungen und der Entlastung des Kassiers standen auch Ehrungen für langjähriges Engagement auf der Tagesordnung. Außerdem mussten die Kameraden ihre Einsatzbereitschaft gleich unter Beweis stellen: Kurz vor Beginn der Versammlung ging der Alarm los und die Sulgener Abteilung musste zu einer Türöffnung ausrücken.

Knapp 5000 Stunden war die Gesamtfeuerwehr Schramberg im vergangenen Jahr im Einsatz. Das verkündete Werner Storz bei der 48. Jahresversammlung, die in diesem Jahr in der Kastellhalle in Waldmössingen stattfand. Mit 166 Einsätzen, 27 davon Brandeinsätze, sei eine freiwillige Feuerwehr wie die Schramberger durchaus an der oberen Grenze der Auslastung, so Storz.

In diesem Zusammenhang machte er auf die Wichtigkeit einer guten Ausbildung der Kameraden aufmerksam und lobte die vorhandene Bereitschaft des Teams, sich weiterzubilden: 2017 absolvierten 16 Kameraden den Truppmann- und Sprechfunklehrgang, elf Kameraden nahmen an einem Atemschutzlehrgang teil. Außerdem wurde Felix Hug an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal zum Gruppenführer ausgebildet. Ein Leistungsabzeichen in Gold erwarben 2017 elf Kameraden der Abteilung Sulgen, das bronzene Abzeichen erhielten elf Heiligenbronner und acht Schramberger Kameraden.

185 Aktive

Insgesamt zählt die Feuerwehr Schramberg aktuell 185 aktive Angehörige. Drei Austritte gab es im vergangenen Jahr aufgrund von Berufs- oder Wohnortswechseln. Diese konnten aber mit sechs Neueintritten und drei Übertritten aus der Jugendfeuerwehr ausgeglichen werden. Ab jetzt können Kinder der Jugendfeuerwehr ab einem Alter von zehn Jahren beitreten, nicht mehr wie bisher erst ab dem zwölften Lebensjahr. Storz begründete diese Entscheidung unter anderem mit der wachsenden Konkurrenz durch andere Vereine und Institutionen, die ebenfalls darauf bedacht sind, den Nachwuchs früh anzuwerben.

Über die Aktivitäten der Altersfeuerwehr berichtete Willi Fader. Insgesamt fünf Treffen fanden über das vergangene Jahr verteilt statt, außerdem wurden Veranstaltungen wie ein Erste-Hilfe-Kurs für Rentner organisiert.

Gedacht wurde der im vergangenen Jahr verstorbenen ehemaligen Kameraden Willi Dertmann, Siegfried Schaub, Eugen Pfaff und Hans Raddatz.

Jugendleiter Alexander Maurer informierte über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr. Diese konnte 2017 mehrere Aktionen auf die Beine stellen, zum Beispiel den Besuch der Leitstelle in Rottweil oder ein Wissenstest, bei dem der Nachwuchs sein Können unter Beweis stellen konnte. Die zwei Austritte konnten mit vier Neuzugängen sehr gut kompensiert werden, freute sich Maurer.

Ein wichtiger Punkt auf der Tagesordnung war auch die Entlastung des ehemaligen Kassierers Jochen Schaub, der sich nach 22 Jahren mit einem "ordentlichen" Kassenstand aus dem Amt verabschiedete. Erwin Szakaci wurde offiziell als dessen Nachfolger bestimmt.

Im Anschluss richtete Oberbürgermeister Thomas Herzog das Wort an die Feuerwehrangehörigen und sprach ihnen seinen Dank aus. Die Stadt wisse, was man an der Feuerwehr habe, weshalb man bemüht sei, möglichst alle wichtigen anstehenden Anschaffungen finanziell zu ermöglichen, so Herzog. Er erklärte sich auch zur praktischen Unterstützung bereit: Für eine Rettungsübung aus dem OB-Zimmer des Rathauses stehe er immer gerne zur Verfügung.

Herzog übernahm spontan auch die Ehrungen der langjährigen Kameraden: Für 25 Jahre Engagement überreichte er Rüdiger Dierberger und Bernd Günthner das Landesfeuerwehrehrenzeichen in Silber nebst Urkunde. Zu 40 Jahren Dienst und dem goldenen Ehrenzeichen gratulierte er Paul Fehrenbacher, Erich Kimmich, Lothar Munz und Klaus Tielker. Das Engagement in der Feuerwehr über so viele Jahre verdiene "allerhöchsten Respekt".

Historische Zeitreise

Vom Brandmeister zum Oberbrandmeister befördert wurden Hubert Roming und Gerhard Witz.

Stadtbrandmeister Storz gab zum Schluss noch einen Ausblick auf anstehende Termine. So können auch in diesem Jahr Leistungsabzeichen abgelegt werden. Außerdem will die Gesamtfeuerwehr beim Kreisfeuerwehrtag im Juni in Dunningen Präsenz zeigen. 2019 steht dann das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr Schramberg an. Der Gesamtausschuss sei bereits mitten in der Planung eines großen Festes in der Talstadt, so Storz. Voraussichtlich werde das Jubiläum von 21. bis 23. Juni 2019 stattfinden. Rund um den Schweizer Parkplatz in Schramberg soll es unter anderem Wettkämpfe und eine Zeitreise durch die historische Entwicklung der Feuerwehr geben. Die Stadt habe bereits ihre finanzielle Unterstützung zugesagt.

Storz dankte dem Oberbürgermeister und den Mitgliedern des Gemeinderats auf diesem Wege für die gute Zusammenarbeit und zeigte sich sehr zufrieden damit, dass alle nötigen Anschaffungen im vergangenen Jahr getätigt werden konnten.