Schramberg

"Es wird Beschwerden hageln"

von Karin Zeger und Johannes Fritsche

Auf dem Gelände der H.A.U. möchte die Stadt, einen Wohnmobilstellplatz zu errichten. Erste Planungen werden dem Ausschuss für Umwelt und Technik in der Sitzung in der kommenden Woche vorgestellt.

Schramberg. Im Zuge der Planungen für die Landesgartenschau wurde zunächst eine Fläche in der Schiltachstraße in Erwägung gezogen. Diese wird jedoch privat entwickelt und steht im Kontext zu Planungen an der Schiltach, die einen längeren zeitlichen Vorlauf benötigen, heißt es in der Vorlage für Sitzung.

Zeitnah ließe sich aber ein Wohnmobilstellplatz auf städtischer Fläche im unteren Bereich der H.A.U. umsetzen. Dieser Platz sei von seiner grundsätzlichen Beschaffenheit und Größe geeignet und notwendige Ver- sowie Entsorgungsleitungen in unmittelbarer Nähe.

Die überplante Fläche beträgt rund 1300 Quadratmeter, ist teilweise asphaltiert und teilweise mit einer wassergebundenen Decke belegt. Probleme im Untergrund können technisch gelöst werden, so die Stadtverwaltung. "Wir gehen davon aus, dass eine attraktive Fläche entsteht, die eine gute Ergänzung zu den Überlegungen an der Schiltach darstellt."

Abgeschirmt

Die Einbettung in die Schramberger Museumslandschaft des H.A.U.-Gewerbeparks sieht die Stadt als "hochattraktiv". In wenigen Gehminuten ist die Innenstadt erreichbar, eine Bushaltestelle befindet sich in unmittelbarer Nähe und der Platz ist von der Bundesstraße her gut erreichbar und dennoch abgeschirmt. Durch eine Verschiebung der Stützmauer an der Auffahrt zum Dieselmuseum könne eine funktionale, räumliche Trennung zwischen Parken und Wohnmobil-Nutzung erzielt werden. Außerdem könnte ein Teil der Parkplätze neu erschlossen werden und somit erhalten bleiben.

Kosten

Die städtischen Planungen sehen vor, sieben oder acht Stellplätze auszuweisen. Die Stadt rechnet mit Kosten zwischen 120 000 und 200 000 Euro. Die Stützmauer am Rande des Platzes sollte in diesem Zuge saniert werden, diese Kosten für die Erneuerung belaufen sich auf rund 20 000 Euro. Sollten sich die Stadträte für die Planungen an diesem Standort aussprechen, würde über die Finanzierung im Rahmen der Haushaltsberatungen 2019 entschieden.

"Katastrophe"

Bereits jetzt gibt es auf der vorgesehenen Fläche einen kleinen Bereich für Wohnmobile. Jochen Kast aus der Ulmer Gegend hat von Mittwoch auf Donnerstag dort sein Wohnmobil geparkt und übernachtet. "Die Nacht war eine Katastrophe, durch den Verkehr, vor allem durch die schweren Lastwagen, konnte ich so gut wie gar nicht schlafen", kritisiert er den Standort. Er ist überzeugt, dass es Beschwerden hageln wird, falls der Platz zum Wohnmobilstellplatz ausgebaut wird. "Erst die Talumfahrung, dann den Stellplatz an dieser Stelle einrichten", schlägt er vor.

Zwei Tage will Kast in der Stadt bleiben, für die nächste Nacht sucht er sich eine andere Stelle. "Viel Leerstand und marode Häuser sind mir aufgefallen, aber von den Museen her gibt es hier viel Tolles zu sehen", erklärt er.