Schramberg

Er wird fehlen: Rudolf Sunderer tritt ab

von Antonie Anton

Fünf "Helden des Vereins" haben Daniela Laufer, Vorstandssprecherin der "Harmonie", und die Vorsitzende des Blasmusik-Verbands Schwarzwald-Baar, Alexandra Götz, mit teilweise hochkarätigen Ehrungen ausgezeichnet.

Schramberg-Tennenbronn. Mehr als 200 gelebte Musikerjahre und eine Ehrung mit Seltenheitswert, so die Verbandsvorsitzende, würden dem Abend eine besondere Note geben. Die Vorsitzende lobte die erfolgreiche Jugendarbeit der "Harmonie".

Der Verein mit 110-jähriger Geschichte habe im Jahr der Umbrüche die Zeichen der Zeit erkannt. Die zu ehrenden Kollegen seien als zuverlässige Musiker Helden des Alltags, jeder für sich ein Leistungsträger.

Die höchste Auszeichnung für sage und schreibe 60 Jahre Engagement im Verein verlieh die Vorsitzende dem 84-jährigen Trompeter Rudolf Sunderer mit der Ehrennadel in Gold mit Diamant und Jahreszahl, verbunden mit dem Ehrenbrief des Bundesverbandsvorsitzenden.

Mit der goldenen Ehrennadel für 40 Jahre Aktivität wurden Ewald und Roland Staiger sowie Jürgen Wälde ausgezeichnet. Die silberne Ehrennadel für 25 Jahre Vereinstätigkeit erhielt Thomas Waldvogel. Namens des Vereins gratulierte auch Vorstandssprecherin Daniela Laufer den Jubilaren und überreichte neben der Urkunde jedem Geehrten ein Vereinsgeschenk.

Thomas Waldvogel, der mit der Trompete angefangen habe, sei seit seinem zwölften Lebensjahr Schlagzeuger der Harmonie. Nach elfjähriger Pause sei er 2017 wieder eingestiegen und habe sich zum Schlagzeug-Ausbilder entwickelt. Er war vier Jahre Vorsitzender der Bläserjugend sowie zwei Jahre Beirat und habe so Verantwortung im Verein übernommen.

Tenorhornist Jürgen Wälde, bis 1984 mit Leidenschaft in der Jugendkapelle, sei besonders durch seine Arbeitseinsätze und sein handwerkliches Können hervorgetreten. Daneben sei er dem Verein als Theaterspieler und geborener Regisseur und Bühnenbild-Gestalter eine unentbehrliche Stütze.

Trompeter Roland Staiger habe wegen Bedarfs auf das Horn umgelernt und sowohl im Jugend- wie im Hauptorchester hohe Einsatzbereitschaft gezeigt. Bei ihm sei alles in bester Hand: sechs Jahre Schriftführer, erster Kassierer der Bläserjugend und zweiter Kassierer im Hauptorchester, zudem Theaterspieler bewiesen sein großes Engagement.

Sein Bruder Ewald Staiger, Trompeter in der ersten Stimme, habe 1987 die Dirigentenprüfung abgelegt und sei seitdem zweiter Dirigent. Die beiden Konzerte 2002 und 2015 habe er als Leiter mit Bravour gemeistert. Seit 32 Jahren sei er im Vorstand einer, auf den man sich immer verlassen könne.

Bei Registerausflügen bis spät in die Nacht getanzt

Seit 60 Jahren spielt Rudolf Sunderer im Trompetenregister. Mit 84 Jahren der älteste Musiker, sei er dennoch bei jeder Probe und bei jedem Fest der Erste. Seine Idee, Radi mit Butterbrot anzubieten, sei bestens angekommen. Noch mit 82 Jahren sei er zum Skifahren mitgekommen und bei den Registerausflügen habe er bis spät in die Nacht getanzt.

Das ganze Orchester erhob sich mit Applaus beim Dank der Vorsitzenden für Sunderers Einsatz und Treue. Mit einem Blumenstrauß wurde auch seine Ehefrau in den Dank eingeschlossen. Schweren Herzens ließ man den hochverdienten Musiker nach 60 Jahren gehen, doch wurde er verabschiedet mit einer Bilder-Collage, deren Kopie ins Probelokal gehängt wird, um seinem Wunsch, ihn nie zu vergessen, zu entsprechen. Als besonderes Geschenk zum musikalischen Ruhestand bekam er "seine" Trompete, verbunden mit der Hoffnung, ihn noch oft in Proben und Lokalen anzutreffen.