Schramberg

Eine Event-Plattform für die ganze Stadt

von Johannes Fritsche

Open Weekend bei der "Szene 64" im Junghans-Gewerbepark: Drei "Tage der offenen Tür" locken mit buntem Veranstaltungsprogramm.

Schamberg. Am Anfang, als im Herbst 2015 die Idee dazu aufkam und die ersten Umsetzungsvorschläge kursierten, wurde viel diskutiert über Sinn und Zweck des Projekts, im Gemeinderat wie in der Öffentlichkeit.

Veranstaltungsräume schaffen, Industriedenkmal erhalten, Kultur fördern – mit diesen Zielen ging der Verein Szene 64 vor vier Jahren engagiert ans Werk. Heute ist die "Szene 64" nicht mehr weg zu denken aus dem Kultur- und Freizeitleben der Raumschaft Schramberg. Und dazu wurden Sanierung und Umgestaltung fast ein "Schnäppchen" für die Stadt: Durch den Eigenanteil des Vereins (rund 100 000 Euro) und den ehrenamtlichen Einsatz beliefen sich die Kosten am Ende auf rund 900 000 Euro.

"Wir haben es als ein Projekt für die ganze Stadt und alle Bürger gemacht", erklärt Stadtrat und Bauleiter Jürgen Kaupp. Und damit hat der Verein Schramberg eine professionelle "Eventlocation" vom Feinsten beschert, funktional, mit Atmosphäre, beliebt: Jedes Wochenende finden Veranstaltungen statt.

Von Konzerten und Disconächten über Fasnetsbälle bis zu politischen Veranstaltungen in Wahlkampfzeiten, dazu Vereinstreffen, Schulabschluss-, Familien- und Weinachtsfeiern, Modenschauen, Firmenproduktpräsentationen, Musikproben, Klassentreffen, Ausstellungen, Vorträge und Theaterwerkstatt. "Über 150 Veranstaltungen haben in den vergangenen drei Jahren stattgefunden – und das, obwohl wir noch in der Bauphase waren", berichtet Vorsitzender Uli Bauknecht. "Im Grunde hat der Verein Szene 64 eine Aufgabe übernommen, die in anderen Städten Aufgabe der Rathausverwaltung ist", ergänzt Vorstandsmitglied Karin Eichenlaub. Vom Ergebnis kann sich die Bevölkerung am kommenden Wochenende einen Eindruck machen.

Das Programm für das Open Weekend kann sich sehen lassen:  Freitag, 13. September: Los geht es am Abend beim ersten Kooperationsprojekt mit dem Kulturbesen um Harald Burger, wenn um 20 Uhr die Jungs von "Glasblassing" auf Instrumenten aus Leergut ihr humorvoll-kreatives Flaschenmusikkonzert geben.   Samstag, 14. September: Die Triathleten starten um 13.30 Uhr den Teamrun rund um die "Szene 64". Es gibt verschiedene Strecken, auch für Kinder und Menschen mit Handicap. Vor, während und nach dem Lauf ist für Partystimmung gesorgt. Anmeldungen sind unter www.tria-schramberg.de möglich.

Ab 20.30 Uhr steigt die "25 Jahre ›Old News‹ Geburtstagsparty" quer durch die Rockgeschichte und mit Überraschungsgästen. Eintrittskarten für die Abendveranstaltungen am Freitag und Samstag sind im Vorverkauf erhältlich. Einlass ist jeweils ab 19 Uhr.  Sonntag, 15. September: Die Festrede am Sonntag, dem "Familientag", hält ab 11 Uhr Oberbürgermeisterstellvertreter Jürgen Winter. Anschließend segnen die evangelische Pfarrerin Martina Schlagenhauf und ihr katholischer Kollege Diakon Markus Schneider die neuen Räume im Rahmen eines ökumenischen Gottesdiensts.  Bunkerbesichtigung: Die Besucher können um 12 und 14 Uhr Informatives über die Junghans-Geschichte von Stadtarchivar Carsten Kohlmann erfahren und um 13 und 15 Uhr mit Klaus Dreyer die spannende Bunkeranlage im gegenüberliegenden Schlossberg besichtigen (siehe unten stehender Artikel).   Musikprogramm: Von der Schramberger Musikschule zeigt das Blas-Vororchester ab 15 Uhr sein Können und ab 16 Uhr ist die Band "Could be Worse" am Start.  Kinderprogramm: Während für die kleinen Gäste das Juks³-Spielmobil, ein Ballonmodellierkünstler und Kinderschminken für Kurzweil sorgen, können sich die Jugendlichen beim Bierkistenklettern der Skifreunde Tennenbronn und Schwenk Arbeitsbühnen, außerdem bei den Backworkshops von Khelli betätigen. Der Eintritt am Sonntag ist frei, die Teilnahme an den Angeboten kostenlos.

Am gesamten Wochenende sorgt der Verein Szene 64 für das leibliche Wohl der großen und kleinen Besucher.

Weitere Informationen: www.szene-64.de

Der Bürgerbus bietet einen Shuttle-Fahrdienst zum Familientag in der "Szene 64". Er fährt von der Stadtmitte zum Veranstaltungsort. Die Abfahrt erfolgt von 10 bis 15.30 Uhr im Halbstundentakt vom Rathaus. Die Rückfahrt von der "Szene 64" ist ab 10.15 Uhr bis 15.45 Uhr ebenfalls halbstündlich möglich.

Schramberg (jf). In die spannende Geschichte der Uhrenfabrik Junghans eintauchen können Interessierte am Sonntag, 15. September, im Rahmen des "Open Weekend" der "Szene 64" in der Schramberger Geißhalde.

Der Leiter des Stadtarchivs und Stadtmuseums Schramberg, Carsten Kohlmann, wird im ersten Obergeschoss der "Szene 64" über das Thema "Von der Fabrikstadt zum Gewerbepark – die Geißhalde im Wandel der Zeit" sprechen und einen Überblick über die Entwicklung des Firmengeländes von den Anfängen bis heute geben. Der Vortrag findet jeweils ab 12 Uhr und ab 14 Uhr statt.

Bunkeranlagen

Wer schon immer mal die labyrinthartige, geheimnisumwitterte Bunkeranlage im Schlossberg besichtigen wollte, der hat am Sonntag ebenfalls die Möglichkeit dazu. Klaus Dreyer, Liegenschaftsverwalter des Junghans-Gewerbeparks, bietet um 13 Uhr und um 15 Uhr Führungen durch den Junghans-Bunker im gegenüberliegenden Schlossberg an.

Zum Schutz vor Bombenangriffen hatte die Uhrenfabrik Junghans im Zweiten Weltkrieg ab 1940 die bis heute erhaltenen Luftschutzstollen gebaut: Stollen I unter dem Terrassenbau im Granit, die Stollen II und III im Rotliegenden des Schlossbergs. Bei Luftalarm hielten sich 2900 Mitarbeitern darin auf – ohne Lüftungssystem. Ab Ende 1944 waren der Stollen I und III zum großen Teil sogar mit Maschinen belegt. Die Stollen wurden im Zweiten Weltkrieg von 2800 Arbeitern und saarländischen Mineuren in das weiche Gestein getrieben, um die Produktion von Zündern vor Luftangriffen zu schützen.

Sogar ein Gleisanschluss im Schlossbergbunker zur Eisenbahnlinie nach Schiltach war geplant, wurde aber wegen des Kriegsendes nicht mehr gebaut.

Die Teilnahme an beiden Programmpunkten ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.