Schönwald

Unbekannter stiehlt teures Häs aus Kofferraum

von Nadine Klossek

Schönwald - Traditionell wurde am Dreikönigstag die Schönwälder Fasnet eröffnet. Nach dem offiziellen Teil feierten in einer Gaststätte viele Fastnachtsfreunde weiter. Doch für einen der Narren gab es am Ende des Abends ein böses Erwachen.

Ein kurioser Fall hat sich am Dreikönigstag nach der offiziellen Eröffnung der Schönwälder Fasnet ereignet: Einem Weiherma wurde das Häs aus dem Kofferraum gestohlen.

"Nach der Eröffnung sind wir ins Carlos in Schönwald", erinnert sich die Bestohlene zurück, die lieber anonym bleiben möchte. Zwei Stunden lang wurde dort unbeschwert gefeiert, dann folgte der Schock: Zwischen 22 und 24 Uhr hatte sich ein Unbekannter am Auto zu schaffen gemacht. "Kittel, Gschell, Maske, Kappe und Wedel – alles weg", erzählt sie. Nur die Hosen und Stutzen, die sie noch trug, sind vom maßgeschneiderten Häs übrig.

Gschell und Maske stammen noch aus dem Gründungsjahr 1989. Neben dem Geldwert, der im vierstelligen Bereich liegt, hängen daher allen voran Erinnerungen an den besonderen Kleidungsstücken. "Ich habe sofort gedacht: Da muss sich doch einer einen Scherz erlaubt haben", sagt sie. Schließlich könne ein Fremder mit dem Häs nicht viel anfangen.

Wie kurios ein solcher Diebstahl ist, zeigt die Statistik des Polizeipräsidiums Tuttlingen: In den vergangenen fünf Jahren wurden im gesamten Gebiet des Präsidiums nur zwei ähnliche Taten vermerkt: Im Jahr 2014 in Horb sowie 2017 in Tuttlingen kam jeweils eine Maske abhanden. Weiter Einträge dieser Art finden sich nicht. "Das kommt wirklich selten vor", bestätigt Pressesprecher Thomas Kalmbach.

Dem Vereinsvorstand hat sie das Verschwinden bereits gemeldet. Auf eine Anzeige hat die 50-Jährige allerdings bislang verzichtet – um dem Täter die Chance zu geben, alles wieder ins Reine zu bringen. Denn solange keine Anzeige erstattet ist, handelt es sich auch nicht offiziell um einen Diebstahl. "Ich hoffe immer noch, dass es einfach wieder auftaucht", meint sie.

Sollte das Häs von jemand gefunden und beim Vorstand anonym abgegeben werden, wolle sie nicht weiter nachhaken und es unter dem verbuchen, was es aller Wahrscheinlichkeit nach war: Ein Scherz von einem närrischen Mitbürger. "Die Hauptsache ist, ich bekomme es wieder."