Schömberg

Turm soll mehr als 2,7 Millionen Euro kosten

von Wolfgang Krokauer

Schömberg - Mit dem geplanten Aussichtsturm in Oberlengenhardt möchte Schömberg den Tourismus nach vorne bringen. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderates hat Projektbetreuerin Isabell Hofmann dem Gremium die neuesten Planungen vorgestellt.

Die Diplomingenieurin ging unter anderem auf die Kosten ein. Nach ihren Berechnungen kostet das Projekt fast 2,76 Millionen Euro einschließlich einer Turmbeleuchtung. Dabei hat Hofmann im Zweifelsfall großzügig gerechnet, damit es später vielleicht doch günstiger wird.

Hofmann vom Ingenieurbüro Braun machte deutlich, dass die Gemeinde einen Lastenaufzug für den Turm nicht genehmigt bekomme. Stattdessen müsse ein Personenaufzug eingebaut werden. Ein erstes Angebot der Firma GBH Design liege vor. Der Aufzug koste rund 600.000 Euro. Im Notfall müsse mit dem Aufzug zur Rettung einer Person eine Krankentrage mit zwei Helfern transportiert werden. Nach den Worten der Planerin passen in der Regel 20 Personen in den Aufzug. Es sind fünf Haltestellen geplant.

Neben den umlaufenden Hauptplattformen auf 20, 35 und 50 Metern Höhe ist eine zusätzliche Teilplattform auf 45 Metern Höhe als Startpunkt für die Fly-Line vorgesehen. Die Kosten für die Beleuchtung bezifferte Hofmann auf circa 130.000 Euro. Die Kosten für die Planung setzte sie mit 300.000 Euro an.

Kritik an Beleuchtung

Gemeinderätin Elfriede Mösle-Reisch (SPD) sah vor allem die 130.000 Euro für die Beleuchtung kritisch. Sie war der Meinung, dass man im Notfall auch Stirnlampen verwenden könne. Stattdessen regte sie eine Boulderwand an. Zudem sollte die Gemeinde den Weg zum Aussichtsturm interessant gestalten und Erlebnisstationen einrichten. "Mit 30.000 Euro kann man viel machen", so die Auffassung von Mösle-Reisch.

Erster Bürgermeister-Stellvertreter Joachim Zillinger schlug vor, über diese Einzelheiten zu gegebener Zeit zu sprechen. Er leitete für den erkrankten Bürgermeister Matthias Leyn die Sitzung.

Gerold Kraft, Fraktionschef der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), machte den Vorschlag, mit allen Vorstellungen in Stuttgart vorzusprechen, zumal die Höhe des Zuschusses noch nicht beziffert werden könne.

Letztendlich billigte der Gemeinderat einstimmig die vorgelegten Planungen. Das Gremium beauftragte das Ingenieurbüro Braun, sie weiterzuführen. Des Weiteren beschloss das Gremium, mögliche Ausstattungsmerkmale wie die Panoramarutsche, die Boulderwand sowie den Fotopoint erst zu einem späteren Zeitpunkt zu realisieren.

Die Mehrkosten in Höhe von 340.000 Euro werden über die zu erwartenden Mehreinnahmen im Kämmereihaushalt 2018 und 2019 in Höhe von rund 460.000 Euro gedeckt.