Schömberg

Jugendliche zeigen Flagge für Europa

von Wolfgang Krokauer

Junge Leute engagieren sich und das nicht nur bei den Freitagsdemonstrationen für mehr Klimaschutz. Bestes Beispiel ist die bundesweite 72-Stunden-Aktion unter dem Dach des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Doch die Konfession spielte dabei keine Rolle, wie die Aktionen in Schömberg und Bad Wildbad zeigten.

Schömberg/Bad Wildbad. Rund 50 Schüler – davon bildeten 20 den "harten Kern" – vom Enztal-Gymnasium in Bad Wildbad haben sich unter dem Namen "Enz and Friends" rund um die Europawahl einiges einfallen lassen. So bastelten sie mithilfe einer Schreinerei ein Glücksrad. Unter der Anleitung der Lehrerin und Dekanatsbeauftragten für die Schulpastoral, Anja Krax, waren sie am Samstag auf dem Edeka-Parkplatz in Schömberg und am Sonntag im Kurpark in Bad Wildbad mit Infoständen präsent. Sie gestalteten Plakate von allen 28 Staaten der Europäischen Union sowie eine EU-Flagge mit der angehängten Aufschrift "Wir zeigen Flagge für Europa". Zudem haben die jungen Leute eine U18-Wahl organisiert. Im Bad Wildbader Kurpark sorgten sie für ein internationales Buffet.

Ein Kind wünscht sich Zoo mit Tiger

Auch an die Kinder wurde gedacht. Sie durften auf Zetteln aufschreiben, was sie sich von Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn und Bad Wildbads Rathauschef Klaus Mack wünschen. Den Wunsch nach einem neuen Hallenbad gab es sowohl in Bad Wildbad als auch in Schömberg. So wünschte sich ein Kind von Leyn einen Zoo mit einem Tiger. Auch ein Computerspieleshop stand auf einem Zettel, der an den Schömberger Schultes gerichtet war. Die Mama eines Sprösslings regte an, mehr Infos über Tagesmütter auf die Homepage der Gemeinde zu schreiben.

An Mack wurde das Anliegen herangetragen, einen Indoorspielplatz zu bauen. Ein weiteres Kind wünschte sich einen neuen Schulhof für das Enztal-Gymnasium. "Alle Zettel werden ausgewertet und an die Bürgermeister übergeben", versprach Krax.

Damit es für die Besucher am Glücksrad in der Glücksgemeinde Schömberg sowie in Bad Wildbad auch etwas zu gewinnen gab, bastelten weitere rund 20 Jugendliche des Teenkreis der evangelischen Verbundkirchengemeinde Schömberg/Langenbrand/Oberlengenhardt Wimpelketten und Lesezeichen. Außerdem backten sie Kekse – ein Beispiel für gelebte Ökumene. Zum Abschluss der Aktion feierten die jungen Leute am Sonntag im Bad Wildbader Kurpark ein Abschlussfest.

Zwischendrin spielten die "Black Forest Youngsters", eine Jugendgruppe des Musikvereins Schömberg, in Schömberg und Bad Wildbad immer wieder die Europahymne. In der Kurstadt gesellten sich zu ihnen auch Musiker der Orchestervereinigung Calmbach, um die Hymne zu spielen.

Ein positives Fazit zogen die Mitglieder des Koordinierungskreis-Teams der 72-Stunden-Aktion. So war Sarah Langmann aus Birkenfeld darüber erfreut, dass die Projekte gut ankamen. Frederik Kaul aus Loffenau schwärmte von der hohen Motivation der Teilnehmer.

Schömberg spielte bei der 72-Stunden-Aktion eine wichtige Rolle. Im dortigen Berufsförderungwerk war der Startschuss. Das katholische Gemeindehaus war auch das Basislager für die Aktionen im Dekanat Calw, berichtete Lukas Rist aus Bad Wildbad, der ebenfalls zum Koordinierungskreis-Team gehörte.

Zum Stand in Schömberg kam auch prominenter Besuch. So schaute die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken vorbei. Sie fand es großartig, dass sich so viele verschiedene Gruppen an der Aktion beteiligten. Die jungen Leute würden unter Beweis stellen, dass sie nicht nur an Freitagen für mehr Klimaschutz demonstrierten, sondern sich auch am Samstag und Sonntag engagierten, sagte sie. Der katholische Dekan Holger Winterholer freute sich darüber, dass die Jugend sich engagiere und nicht nur Spaß haben wolle: "Das ist ein großartiges Zeichen."