Schömberg

Hintergrund

von Wolfgang Krokauer

(wk). In Deutschland gibt es 564 Arten von Bienen. Die Honigbiene ist nur eine davon. Alles andere sind Wildbienen, darunter 32 Hummelarten, heißt es in einer Pressemitteilung der Touristik und Kur Schömberg. Mehr als die Hälfte zählen zu den gefährdeten Arten. 147 ernähren sich von einer einzigen Blütenart. "Schon deshalb ist die Artenvielfalt auch bei den Wildblumen wichtig. Bienen brauchen eine gesunde, durchmischte Natur. Dann sind sie selbst gesund", sagt Manfred Kraft vom Landesverband Badischer Imker. Vielerorts sei die Artenvielfalt bei den Wildblumen durch moderne Landwirtschaft und intensive Pflege von Grünflächen stark zurückgegangen. Dies wirke sich auch auf die Vielfalt von wilden Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Faltern, Schmetterlingen und sogar Feldvögeln aus. Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord und die Imker engagieren sich seit drei Jahren für das Projekt "Blühender Naturpark" für mehr ökologische Vielfalt in der Region. Rund 75 Städte, Gemeinden, Kreise und Unternehmen aus dem Naturpark nahmen seitdem an der Aktion teil. Neben Städten, Gemeinden und Landkreisen dürfen auch Unternehmen und Privatpersonen das Projekt als Blumenwiesenpaten unterstützen.

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord wurde im Jahre 2000 gegründet. Sein Ziel ist laut Homepage, die Eigenart und Schönheit der Landschaft zu bewahren und gleichzeitig naturverträgliche Angebote für den Tourismus zu fördern. Seit 2003 ist der heute 375 000 Hektar große Naturpark offiziell verordnetes Großschutzgebiet. Organisiert ist der Naturpark als Verein. Mitglieder sind die im Naturpark gelegenen 106 Gemeinden und Städte, die sieben Land- und zwei Stadtkreise sowie die wichtigsten Verbände der Region. Vorsitzender des Naturpark-Vereins ist Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack. Die Naturpark-Geschäftsstelle mit Info-Shop befindet sich im Haus des Gastes in Bühlertal.

Schömberg. 24 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren stehen am Rand eines kleinen Ackers. Die rund 150 Quadratmeter große Fläche befindet sich in der Nähe des Höhenparkplatzes beim ehemaligen Wellenbadgelände am Ortsausgang von Schömberg in Richtung Langenbrand. Die Kleinen haben grüne Eimer in der Hand streuen kleine Samen, die mit Sand aufgemischt wurden, auf den Acker.

Inzwischen mehr als 200 Flächen

In den Eimern der Kinder befinden sich unter anderem Samen für Margeriten, Wilde Möhren, verschiedene Kleesorten, Glockenblumen und Lichtnelken. Die Samen und die Eimer stellte der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord zur Verfügung. Die Projektmanagerin des Naturparks, Lilli Wahli, begrüßt am Dienstag die Kinder mit den beiden Erziehern Birgit Gutekunst und Maximilian Schuster. "Seit 2016 wurden mehr als 200 Flächen eingesät", sagt Wahli zur Aktion. Dadurch entstehe ein blühender Naturpark. Sie macht deutlich, dass zum Beispiel Bienen und Schmetterlinge die Wiesen zum Leben benötigen.

Bauhof bereitet das Gelände vor

Auch Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn und der Outdoor-Beauftragte der Touristik und Kur, Olaf Späth, haben ein Eimerchen in der Hände und sähen fleißig mit.

Der Bauhof der Gemeinde Schömberg bereitete den Acker zur Aussaat vor. Bei der Aussaat mit dabei sind deshalb Tim Stallmann, zuständig für die Kurgärtnerei, und Bauhofleiter Manfred Hölzle. Der Bauhof sorgt zudem dafür, dass die Fläche nach der Aussaat nachgewalzt und bei zu wenig Regen gegossen wird.

Im Schömberger Kurpark sind ebenfalls rund 80 Quadratmeter für eine weitere Wildblumenwiese vorgesehen.

Die Patenschaft für die Wiesen in der Nähe des Wellenbadareals und im Kurpark übernimmt der Verein Pilz- und Wildkräuterfreunde Schömberg. Karlheinz Stoklas, Schriftführer des Vereins, freut sich über die Aktion. Auch in den anderen Schömberger Ortsteilen sollen Wildblumenwiesen angelegt werden.