Schömberg

Turmbau sorgt weiter für Diskussionen

von Arnfried Mehne

Schömberg - Der geplante Turmbau in Schömberg sorgte im Vorfeld für einige Diskussionen, nun ist eine baldige Entscheidung in Aussicht. Am 10. Juli wird der Gemeinderat nun in einer öffentlichen Sitzung über die beiden gegensätzlichen Bürgerbegehren diskutieren.

Seit einiger Zeit sind beide Begehren, eines pro und eines contra Turmbau, abgegeben, am 10. Juli wird der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung darüber beraten, ob die rechtlichen Anforderungen erreicht wurden, und wenn ja, wie damit umgegangen werden soll.

Peter Burkhardt, eine der beiden Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens gegen den Turm meint dazu: "Wir glauben, dass es die rechtlichen Anforderungen erfüllt, sonst hätten wir es nicht eingereicht. Ich kann jedoch nicht in die Köpfe des Gemeinderats schauen und erhoffe mir daher, dass es am 10. Juli zu einer angeregten Diskussion im Gemeinderat kommt".

Ulrike Mayrhofer, CDU-Gemeinderätin und eine der insgesamt zehn Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens für den Bau des Turms teilte mit, dass "es viele große Bauvorhaben gibt, die nicht so einfach umsetzbar sind. Daher bin ich glücklich, dass der Gemeinderat hier einstimmig zugestimmt hat, und damit die Notwendigkeit für Schömberg sieht". Außerdem führt sie aus, dass die Mitglieder des extra dafür gegründeten Tourismusausschusses viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit in die Planung gesteckt hätten.

1440 Unterschriften für Turmgegner

"Die Ängste der Bewohner nehme ich trotzdem sehr ernst, das Projekt ist dadurch für mich aber nicht gestorben. Da noch kein Standort feststeht, kann man hier vielleicht den Gegnern entgegenkommen". Zur Erinnerung: Die Unterschriftenliste der Befürworter enthielt 687 Unterschriften, die der Gegner 1440.

Der Gemeinderat und die Verwaltung versprechen sich durch die Schaffung eines Aussichtsturmes mit Fly-Line eine Verbesserung des Freizeitangebotes. Gleichzeitig werde ein erheblicher Mehrwert für Bürger geschaffen.

Außerdem soll der Aussichtsturm finanziell ohne maßgebliche Folgekosten umsetzbar sein. Der geplante Aussichtsturm in Holzbauweise mit einer Plattformebene auf 50 Metern Höhe wäre aktuell der höchste Holzturm mit Aussichtsplattform Deutschlands, so Leyn.

"Schömberg hat dadurch die Chance, erneut einen überregionalen Stellenwert für Freizeitangebote und den Erholungsfaktor zu erlangen", sagte der Bürgermeister.

Barrierefreiheit besonders wichtig

Das Projekt schlägt voraussichtlich mit gut 2,7 Millionen Euro zu Buche. Für die Befürworter eine gute Investition in die Zukunft der Glücksgemeinde.

In einem Flyer machten die Befürworter des Projekts deutlich, weshalb für sie der Turm unbedingt notwendig sei.

So bekomme Schömberg mit Deutschlands größtem barrierefreien Holzturm mit einer Höhe von rund 50 Metern eine besondere Attraktion. Die Besucher hätten eine Aussicht über den Schwarzwald bis zur Schwäbischen Alb, über das Rheintal bis zum Pfälzer Wald sowie über den Kraichgau bis zum Schwäbisch-Fränkischen Wald und bis Stuttgart. Besonders wichtig ist den Befürwortern die Barrierefreiheit. Sie ermögliche gehbehinderten Menschen ein grandioses Naturerlebnis. Das sei gerade für die zahlreichen Patienten der Kliniken sowie Bewohnern der Pflegeheime besonders wichtig. Es gehe um die drei Bausteine Natur, Gesundheit und Erlebnis, machte Ulrike Mayrhofer, eine der Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens, bei der Übergabe der Unterschriften deutlich.