Schömberg

Es summt und brummt

von Wolfram Eitel

Bad Liebenzell-Unterhaugstett. Im Unterhaugstetter Gewerbegebiet "Egarten" sind die Bauplätze rar geworden. Aber für die Ansiedlung eines Bienenvolkes hat es immer noch Platz.

Dafür har Ulrich Fux gesorgt. Der umweltbewusste Vorstandsvorsitzende der Lunor AG war schon in jüngster Zeit in Sachen Umwelt aufgefallen, als er seine Dienstwagenflotte auf umweltfreundliches "Windgas" umgestellte (wir berichteten). Jetzt will der ehemalige Greenpeace-Aktivist dazu beitragen, dem durch Virenbefall und Chemieeinsatz betroffenen Rückgang der Bienenpopulation entgegenzuwirken. Auf die Idee war er anlässlich einer Tagung von Wirtschaftssenatoren gekommen. Das sind vom Europäischen Wirtschaftssenat (EWS) ernannte Unternehmer, die sich so wie Fux für Gesellschafts- und Umweltinteressen einsetzen.

Wiesen als Vorteil

Inzwischen ist es auch in Städten modern geworden, Bienen in Gärten oder auf Dächern anzusiedeln. Das hängt dort auch von der Nahrungsgrundlage in der Umgebung ab. Da aber habe der Standort am "Egartenring" mit den weiten Wiesen und dem riesigen Golfplatzbereich in der Umgebung große Vorteile, schätzt Frank Weiß die Lage optimistisch ein. Er hat den Bienenstock aufgebaut und das Bienenvolk eingesetzt. Seine in Weißenhorn (Kreis Neu Ulm) angesiedelte Firma "Beefuture" hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen auf Firmengrundstücken und Hallendächern Bienenstöcke zur Verfügung zu stellen und die Pflege der von ihm eingesetzten Völker zu übernehmen. Ziel sei es ausschließlich, die Verluste beim Bienenbestand zu reduzieren, erläutert Weiß. Deshalb gehe es keineswegs um den Profit aus dem Honigverkauf. Vielmehr verbleibe der Honig weitgehend als Winterfutter bei den Tieren im Bau.

Natürlich müsse jeder Bienenstock der Veterinäraufsicht im Landratsamt gemeldet werden. Von dort aus würden auch die ordnungsgemäße Pflege und die Maßnahmen gegen den Virenbefall überwacht, beantwortet Weiß Fragen von Lunor-Mitarbeitern. Sie hatten sich als fröhliches Empfangskomitee für die Bienen vor der Firma versammelt. Vielleicht gibt es bald sogar einen zweiten Bienenstock, meinte einer von ihnen. "Dann summt und brummt es bei uns", meinte einer der Mitarbeiter.