Schömberg

Drama am Stausee: Für jungen Mann kommt jede Hilfe zu spät

von Gert Ungureanu

Schömberg - Ein 26-jähriger Schwimmer ist am späten Freitagabend im Schömberger Stausee ertrunken. Ein Großaufgebot an Rettungskräften war bei der Suche im Einsatz. Ein Taucher entdeckte den jungen Mann gegen Mitternacht mehrere Meter unter der Wasseroberfläche. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Es war ein warmer Abend. Der junge Mann saß Zeugen zufolge mit seinen Freunden am Ufer. Kurz nach 22 Uhr ging er zum Schwimmen in den See. Als er sich mehrere Meter vom Ufer entfernt hatte, vernahmen seine Freunde plötzlich Hilferufe. Er tauchte unter und nicht wieder auf.

Ein 23-Jähriger sprang ins Wasser, um den Freund zu retten. Er konnte ihn jedoch in der Dunkelheit nicht finden. Ein Notruf wurde abgesetzt; die Alarmierung erfolgte über die Integrierte Leitstelle um 22.24 Uhr. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und DLRG rückten aus.

Schömberger Feuerwehr minutenschnell vor Ort

Minuten nach der Alarmierung war die Schömberger Feuerwehr vor Ort. 43 Feuerwehrleute waren mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Geleitet wurde der Einsatz von Feuerwehrkommandant Armin Müller; von der Führungsgruppe Oberes Schlichemtal wurde er koordiniert von Lucas Mager.

Zunächst galt es, die Lage zu erfassen und die Stelle audszuleuchten. Und es galt, nachrückende Kräfte einzuweisen. Zwei Schwimmer, die vom Ufer her mit Seilen gesichert waren, suchten zunächst in der Umgebung der Schwimminsel. Zeugen, die den Vorfall beobachtet hatten, gaben an, den Mann zuletzt dort gesehen zu haben.

Die Personalien des Gesuchten waren leicht festzustellen: Die Kleidung und der Ausweis des jungen Mannes waren am Ufer zurückgeblieben.

Polizeihubschrauber leuchtet See aus

Mit fünf Booten, unter anderem vom örtlichen Kiosk, wurde der See- und Uferbereich abgesucht. Für die Suchaktion waren auch Taucher der Berufsfeuerwehr Reutlingen und der Freiwilligen Feuerwehr Mengen sowie der DLRG angefordert worden. Die DLRG Neckar-Alb und die DLRG-Ortsgruppe Oberes Schlichemtal waren mit 31 Personen an der Suche beteiligt. Um ihre Arbeit zu erleichtern und den See auszuleuchten, war ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz, der den Uferbereich überprüfte und den See ausleuchtete.

Auch Kreisbrandmeister Stefan Hermann und der Schömberger Bürgermeister Karl-Josef Sprenger waren vor Ort. Mit vorrückender Stunde wurde die Hoffnung, den jungen Mann noch retten zu können, immer geringer.

Schaulustige behindern Verkehr

Die Taucher hatten mit der Strömung zu kämpfen, die Einsatzkräfte baten Bürgermeister Sprenger darum, den Ablauf vorübergehend schließen zu lassen.

Kurz vor Mitternacht wurde der 26-Jährige schließlich leblos von einem Taucher mehrere Meter unter der Wasseroberfläche am Grund des Sees aufgefunden. Er wurde an Land gebracht. Aber es war zu spät. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen kam für den jungen Mann jede Hilfe zu spät. Vom Notarzt konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.

Der Rettungsdienst war mit zwölf Kräften im Einsatz, vom Polizeipräsidium Tuttlingen waren sechs Beamte vor Ort.

Durch Schaulustige, die mit ihren Fahrzeugen am Straßenrand angehalten hatten, kam es kurzzeitig zum Erliegen des Verkehrs auf der Stauseestraße. Zu einer Behinderung der Rettungskräfte kam es nach Angaben der Polizei jedoch nicht.