Schömberg

Also doch: Kühe auf der Weide sind nicht lila

von Von Julia Plocher

Die Tiere von Nahem sehen und frische Milch probieren: Das wurde bei der "Gläsernen Produktion" im Betrieb "BioAlb Weidefleisch" der Familie Schäfer in Schörzingen knapp 30 Kindern möglich gemacht.

S chömberg-Schörzingen. Die ganze Familie hatte dazu eingeladen, das Leben auf einem Bauernhof kennenzulernen und den jungen Gästen alles Wichtige über die Tiere und die Arbeit beizubringen – auf spielerische Art. Nach der Begrüßung fragte Bauer Alexander Schäfer in die Runde, was alles auf einem Bauernhof produziert wird. Viele konnten die Frage sofort beantworten. Begeistert zählten die Kleinen alles auf, was ihnen so einfiel: Eier, Milch, Fleisch, Leder. Dann ging es auf die große Weide zu den Rindern. Nur wenige Meter entfernt standen die Kleinen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren zu den Kühen, natürlich getrennt durch einen Zaun. "Normalerweise sind die Rinder Fluchttiere", erklärt Schäfer, "aber wenn sie ihre Kälber verteidigen, können sie auch angreifen."

An diesem Tag waren die Tiere aber zahm, entspannt starrten sie die Besucher an. Dabei erzählten Schäfer und Julia Frei vom Landwirtschaftsamt Interessantes und Wissenswertes über die Tiere, zum Beispiel, wie schwer eine Kuh werden kann, und bei welchen Temperaturen sie sich wohl fühlt.

"Uns ist es wichtig, den Kindern einen Bezug zu geben", hält Bäuerin Heike Schäfer fest. "Heutzutage kommt alles aus dem Supermarkt. Da ist es für die Kinder schwer zu erraten, wie die ganzen Produkte hergestellt werden – und dass die Kühe nicht lila sind", sagt sie lachend.

Denn hinter dem Steak auf dem Grill oder der Lieblingswurst stecke viel Arbeit. Deshalb ist Alexander Schäfer froh, dass bei ihm die ganze Familie mit anpackt. Sohn Felician ist gelernter Landwirt, und auch die Tochter will nach der Schule Agrarwissenschaften studieren.

Nach dem Besuch der Rinder ging es auf den Hof, wo die Familie Schäfer eine Rallye vorbereitet hatte. An fünf Stationen tobten sich die Kids aus. Es war viel geboten: An einer Station versuchten die Kinder, eine Holzkuh mit Ringen zu treffen. An einer anderen gab es ein Suchspiel, bei dem Ausschnitte von Bildern gezeigt wurden, die dann auf dem Hof gefunden werden mussten. An einem Tisch bastelten die Kleinen Steckenkühe. Zudem pflanzten sie Sonnenblumen und stellten Anstecker her.

Beim anschließenden Kaffee waren die Eltern dann wieder dabei, und alle ließen den Mittag gemütlich ausklingen.