Schiltach

Zum Jubiläum spielt die Jugend auf

von Johannes Fritsche

Schiltach. Zum 90. Jubiläum des Posaunenchors Schiltach veranstaltet der Jugendposaunenchor Südbaden morgen, Sonntag, ab 17 Uhr in der evangelischen Stadtkirche ein Konzert für Bläser und Orgel. Die Leitung hat Heiko Petersen. An der Orgel: Bezirkskantorin Anna Myasoedova. Der Eintritt ist frei.

Das eigentliche Gründungsjahr des Posaunenchors ist 1929. Bläser des St. Georgener Posaunenchors hatten die Anstöße dazu gegeben. Davor gab es aber eine längere Vorgeschichte, die schon 1923 begann. Von da an bis 1928 hatten Bläser des St. Georgener Chors bei Versammlungen der "AB-Gemeinschaft" mitgewirkt. So beschreibt es eine Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum im Jahr 1979, die Andreas Morgenstern aus dem Schiltacher Stadtarchiv zur Verfügung stellte.

Der "Evangelische Gemeinschaftsverband AB" war ursprünglich unter dem Namen "Evangelischer Verein für innere Mission Augsburgischen Bekenntnisses" gegründet worden. Als "Landeskirchliche Gemeinschaft" ist er Mitglied der Landeskirche. Ab 1923, so die Festschrift, wirkten Bläser aus St. Georgen bei den Versammlungen des Gemeinschaftsverbands AB mit.

Bei der Bezirkskonferenz des Gemeinschaftsverbands AB wurde den Mitgliedern des Schiltacher Jungmännerbunds der Vorschlag gemacht, einen Posaunenchor in Schiltach zu gründen. Die "Jungmänner" waren begeistert und machten mit. Die vier ersten Instrumente stiftete der Eigentümer eines Hofs im Eulersbach, wo auch die Nachmittagsversammlung der Bezirkskonferenz stattgefunden hatte. Die ersten Bläser waren dann Ernst Klumpp, B-Trompete, Ernst Wolber, B-Flügelhorn, Fritz Hauer, Ventilposaune, und Fritz Laib, Tuba. Die Mindestbesetzung für das vierstimmige Chorspiel war damit gegeben.

Chorleiter wurde H. Mehnert, damals Dirigent der Schiltacher Stadt- und Feuerwehrkapelle. Sein Einsatz wurde wegen der galoppierenden Inflation mit Brennholz und Landbutter abgegolten. Den ersten öffentlichen Auftritt wagte der kleine Chor nach einigen Wochen "tüchtigen Übens" vor dem damaligen Schiltacher Krankenhaus.

Eine kontinuierliche Probenarbeit war in der Folgezeit noch nicht möglich, da Mehnert die Chorleitung wieder abgab. Zeitweise folgten in dieser Rolle Ernst Klumpp, später "Herr Fritz aus Feuerbach". Erst mit der formalen Gründung 1929 fand der Chor in geregelte Bahnen.

Heute hat der Posaunenchor 20 Mitglieder aus allen Altersstufen. Geprobt wird immer mittwochs um 20 Uhr –­ mit Ausnahme der Sommerferien. Interessierte Menschen ab neun Jahren sind als Mitspieler willkommen, nach oben gibt es keine Altersgrenze. "Auch Einsteiger oder Wiedereinsteiger" seien willkommen erklärt Karola Feger, Obfrau des Posaunenchors. Einsteiger können an den Musikschulen oder bei freien Lehrern zu den üblichen Kosten das Instrument spielen lernen. Das spätere Ensemble-Spiel der Einsteiger unter der Leitung von Bezirkskantorin Anna Myasoedova ist kostenfrei.