Schiltach

Anschluss an die Hausach-Card?

von Lothar Herzog

Der Gewerbeverein Schiltach befasst sich mit dem Gedanken, sich der Hausach-Card anzuschließen. Dies wäre eine gute Möglichkeit, einen Teil der Kaufkraft im Flößerstädtle zu behalten.

Schiltach. In der Hauptversammlung des Gewerbevereins im Café Bachbeck informierte die stellvertretende Vorsitzende Christiane Trautwein über eine Anfrage des Gewerbevereins Hausach, ob sich Schiltacher Geschäfte bei der Hausach-Card einklinken würden. Dort werde das Bonus-System von circa 20 Einzelhändlern, Gasthäusern und Dienstleistern angeboten.

Beim Einkauf in diesen Geschäften erwerbe der Kunde Rabattpunkte, die wiederum bei den beteiligten Einzelhändlern eingelöst werden können. So spare der Kunde beim Einkaufen und das Geld bleibe in der Stadt. Außer Schiltach wolle der Gewerbeverein Hausach noch Wolfach und Oberwolfach dafür gewinnen, schilderte Trautwein.

Des Weiteren schwebe den Hausachern für diese vier Kommunen im oberen Kinzigtal eine "Firmen-Jobkarte" vor, wie sie beispielsweise in Schramberg seit Januar 2018 mit Erfolg im Einsatz ist. Diese Job-Karte biete Firmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter für besondere Leistungen monatlich mit bis zu 44 Euro als steuerfreie Sachleistung zu belohnen. Auch dadurch verbleibe das Geld in den Gemeinden, in d enen mit der Jobkarte eingekauft werden könne. Beide Ideen stünden erst am Anfang und es sei noch nicht alles ausgegoren, räumte die stellvertretende Vorsitzende ein.

In seinem kurzen Jahresrückblick streifte Versammlungsleiter und dritter Vorsitzender Michael Harter kurz die Höhepunkte des vergangenen Jahres mit Kunsthandwerkermarkt, Bauernmarkt und Schiltacher Advent. Alle drei Veranstaltungen seien weit über Schiltach hinaus bekannt, verzeichneten beste Besucherzahlen und hätten ein Alleinstellungsmerkmal. Dennoch dürften sie nicht als Selbstläufer betrachtet werden und es müsse weiter an der Attraktivität gearbeitet werden. Die neue Bewerbung des Kunsthandwerkermarkts habe sich bewährt und werde für die nächste Auflage am Sonntag, 28. April, wiederholt.

Solidaritätsgedanke bei potenziellen Mitgliedern wird vermisst

Obwohl Harter mit dem Sanitätshaus Baumann ein Neumitglied begrüßen konnte, bedauerte er, dass potenzielle Mitglieder immer nur fragten, welche Vorteile ihnen eine Mitgliedschaft brächte. Er vermisse dabei den Solidaritätsgedanken.

Eine nahezu ausgeglichene Jahresrechnung legte Kassiererin Christine Isermann-Maier vor und bat um vorzeitige Ablösung im Amt. Diesen Wunsch konnte ihr in der Versammlung nicht erfüllt werden. Harter versprach, sich darum zu kümmern. Bürgermeister Thomas Haas sagte, nach dem Beschluss des Gemeinderats, das Parken für Wohnmobile auf der Lehenwiese auf zwei Felder zu beschränken, müsse die weitere Entwicklung abgewartet werden. Da die Tages- und Urlaubsgäste nachweislich in der Gastronomie einkehrten und auch in den Einzelhandelsgeschäften einkauften, könne er die Entscheidung nicht ganz nachvollziehen.

In der medizinischen Gesundheitsversorgung sei die Stadt gut aufgestellt. Dennoch werde die Verwaltung an dem Thema dran bleiben. Über den vorhandenen Leerstand wolle er sich nicht beschweren. Räumlichkeiten von 20 bis 30 Quadratmeter seien immer schwer zu vermarkten. Die Firma Vega Grieshaber baue eine 12 000 Quadratmeter große neue Produktionsstätte. Dies werde weitere Arbeitsplätze nach Schiltach bringen. Die wirtschaftliche Entwicklung sehe er positiv. Im Handwerk werde gar beklagt, eher zu viele als zu wenige Aufträge zu haben, so der Bürgermeister.

Bei den Wahlen wurden Christiane Trautwein (stellvertretende Vorsitzende), Michael Harter (dritter Vorsitzender), Markus Roth (Beisitzer Handwerk), Dieter Nagler (Beisitzer Handel) und Armin Zwick (Beisitzer Gastronomie) für eine erneute zweijährige Amtszeit gewählt.