Schenkenzell

Gemeinde verabschiedet sich von Bürgermeister Thomas Schenk

von Stephan Wegner

Schenkenzell - Eine sehr große Zahl an Bürgern und Gästen hatten sich am Freitagabend eingefunden, um bei einer öffentlichen Gemeinderatssitzung Bürgermeister Thomas Schenk, der sich nach drei Amtsperioden nicht mehr zur Wahl gestellt hatte, zu verabschieden und umrahmt vom Musikverein in fürstenbergischer Tracht anschließend dessen Nachfolger Bernd Heinzelmann willkommen zu heißen.

»Ohne Sie«, so bedankte sich Kaufmann bei Schenk in seiner Verabschiedungsrede »hätte Schenkenzell nicht eine sehr gut funktionierende Infrastruktur mit Ärzten, Geschäften, Handwerksbetrieben und sogar zwei Firmen, die auf dem Weltmarkt in ihrer Sparte führend sind.«

Die Straßen im Ort seien »im Vergleich zu anderen Kommunen in einem ordentlichen Zustand und wir haben ein Vereinsleben, um das uns manch andere Gemeinde beneidet. Alles Dinge, die nicht von Ungefähr kommen.«

Trotz dieser Lobesliste erwähnte Kaufmann auch, »dass es auch Themen gab, bei denen sich Ihre Ansicht nicht unbedingt mit der von manchen Bürgern oder Gemeinderäten gedeckt haben. Sie sind aber ein Mensch, welcher gegenteilige Meinungen akzeptiert und schließlich den Entschluss von demokratisch erlangten Mehrheiten mitträgt«, sagte er.

Ob sich Schenk vor diesem Hintergrund mit der Aufforderung Kaufmanns anfreunden konnte, er möge sich einen Moment vorstellen, er sei Donald Trump, mag aufgrund seiner Reaktion fraglich sein. Und so betonte Kaufmann, Schenk möge diese Aufforderung nicht falsch verstehen. Er wolle ihn auch nicht animieren, »sich als polternder Kandidat für die nächste US-Präsidentschafts-Wahl zu bewerben, so wie Trump vor über einem Jahr.«

Nein, es ging Kaufmann nur darum, dass sich Schenk vorstellen möge, er sei »der steinreiche Immobilienmogul und Spielbankbesitzer« und sitze vormittags um zehn Uhr in seinem Büro und habe drei Anrufe in der Leitung: ein wichtiger Geschäftsführer seiner Casinos, ein bekannter Schauspieler oder der Bürgermeister von New York City.

Trump habe, wie er in einem Buch darlege, den Anruf des Bürgermeisters als Erstes entgegen genommen. »Ich glaube, dass er seine Sache sehr gut macht, wenn man bedenkt, dass er einen der härtesten Jobs der Welt hat. Ein Unternehmen zu führen ist eine Sache; eine Stadt zu regieren ist eine ganz andere Sache – vor allem diese Stadt,« habe Trump festgestellt.

Schenkenzell sei zwar bei Weitem nicht New York City, so Kaufmann. »Aber auch Schenkenzell zu regieren ist eine Herausforderung und große Leistung. Und der haben Sie, Herr Schenk, sich 24 Jahre lang gestellt. Auch Ihr Job war oft hart und deshalb kann ich hier aufrichtig sagen: »Sie haben Ihre Sache sensationell gut gemacht!« »Das Schwierigste am Leben ist es, Herz und Kopf dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten«, zitierte Kaufmann. »Auf Sie, Herr Schenk, trifft dies voll zu! Bei allem, was Sie in Ihrem Amt gemacht haben, waren Sie mit dem Herzen und mit Verstand bei der Sache. Und dies gilt ganz besonders in Bezug auf die Anliegen unserer Bürger!«