Schenkenzell

"Dieser Standortwechsel hat uns gut getan"

von Lothar Herzog

S chenkenzell. Da s Elektro-Fachgeschäft Schmid in der Reinerzaustraße 8 gibt es seit 40 Jahren. Ein Anlass für Bürgermeister Bernd Heinzelmann, bei den Inhabern Doris und Wolfgang Schmid vorbeizukommen und zu gratulieren.

Er hoffe auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit, "denn man braucht sich gegenseitig". Ein Dorn im Auge seien ihm die Kriterien einer öffentlichen Ausschreibung, wonach die Vergabe an den günstigsten Bieter gehen müsse. Manche Firmen seien nach zehn Jahren von der Bildfläche verschwunden und der Aufschrei sei groß. Er verstehe, dass der Handwerker vor Ort dann nicht begeistert sei, die Fehler der Konkurrenz zu reparieren. Gut informiert wünschte der Bürgermeister dem Unternehmerpaar alsbald einen angenehmen "Unruhestand", wenn Sohn Daniel zum Jahresende den Betrieb übernimmt.

Wolfgang Schmid erinnerte an die Unternehmensgründung zum 1. September 1978 im Keller seines Elternhauses.

Wenige Jahre später habe er von seiner Ausbildungsfirma in Schiltach das Angebot erhalten, den Betrieb zu übernehmen. Er habe jedoch abgelehnt. "Es war die richtige Entscheidung", blicken Wolfgang und Doris Schmid heute zurück.

Bereits 1981 wurde es im Keller zu eng, weshalb Räumlichkeiten im ehemaligen Lebensmittelladen Künstle angemietet und ein Geschäft mit Werkstatt eröffnet wurden. 2008 kam Sohn Daniel in den elterlichen Betrieb und erwarb 2010 den Meisterbrief. 2012 wurde das Gebäude am jetzigen Standort erworben und zu Laden, Werkstatt und Büro umgebaut. "Dieser Standortwechsel hat uns gut getan", versichert die Firmenchefin.

Wolfgang Schmid missfiel, dass durch die Geschäftstätigkeit im Umkreis von 50 Kilometern viel Zeit auf der Strecke liegen bleibe. Das Internet sei eine ernsthafte Konkurrenz, aber seine Firma könne mit Service und Beratung vor Ort und Qualitätsware punkten. Das sei ein großes Plus, mit dem sich auch verkaufen lasse. "Die Zufriedenheit unserer Kunden ist der Maßstab unserer Arbeit", so der Firmenchef zur erfolgreichen Geschäftsphilosophie.

Bis heute bildete Elektro-Schmid neun Lehrlinge aus. Die hätten sie wie eigene Kinder behandelt, weil junge Menschen immer Probleme hätten. "Sie konnten jederzeit zu uns kommen. Aus allen Lehrlingen ist etwas geworden. Sie haben sich zum Techniker und Meister weitergebildet, obwohl sie nur den Hauptschulabschluss hatten", unterstreicht der Firmengründer.

Das ehemalige Bildungssystem mit Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium sei noch lange nicht das schlechteste gewesen, aber von der Politik schlecht geredet worden. Wenn von ihr Meinung vertreten werde, dass nur derjenige beruflich Erfolg habe, wenn er studiere, bringe das dem Handwerk keinen Vorteil. Die suchten jetzt schon händeringend nach Auszubildenden und Fachkräften, bestätigte der Bürgermeister die Klage von Schmid. Der Slogan "Handwerk hat goldenen Boden" werde in den kommenden Jahren wieder an Bedeutung zulegen.