Rottweil

Moritz Rieble träumt von Auftritt in Holland

von Jasmin Cools

Rottweil - Marschierend, klar, stramm – so definiert Moritz Rieble aus Rottweil seinen Techno-Sound. Für den DJ ist das größte Kompliment, wenn alle tanzen, feiern und seine Musik fühlen.

Moritz Rieble ist jemand, der sein Schicksal in die eigene Hand nimmt. Schon im Jugendalter wusste er genau, wo er hin will: in die Clubs, an die Turntables.

Der 23-Jährige tingelte schon früh durch den Stuttgarter Raum, mogelte sich in Clubs und entdeckte dort seine Leidenschaft für Techno-Musik. "Ich habe sofort ­gemerkt, dass das meine Musik ist. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll. Das ist mehr als Gänsehaut. Du bist da so richtig im Sound drin", erklärt er.

In den Clubs unterwegs

Parallel legte er sich eigenes DJ-Equipment zu und durfte 2012 erstmals allein vor kleinem Publikum in einer Rottweiler Bar auflegen. Spätestens da hatte Rieble Feuer gefangen: "Ich wusste, das muss ich auf jeden Fall durchziehen". Dass er früher jahrelang Schlagzeug gespielt hatte, half ihm dabei, ein Gefühl für die Techno-Beats zu entwickeln.

Mit 17 Jahren zog er aus seinem Elternhaus in Göllsdorf aus und suchte sich eine eigene Wohnung. Damals hatte er nicht viel mehr als eine Idee davon, was er einmal sein will. Am Wochenende wurde in den Clubs gefeiert, unter der Woche zog es den ausgebildeten Bauzeichner nach der Arbeit meist zu Freunden, um Musik zu machen. "Teilweise saßen wir die ganze Nacht an den Laptops und haben Tracks gesucht und den Speicher vollgehauen", erzählt Rieble.

Mit seinem ersten Auftritt war der Knoten geplatzt. "Ich habe überall aufgelegt, wo ich die Gelegenheit dazu bekam", erzählt der Rottweiler. Dazu gehörten das "Komma" in Gosheim, das "Mum" in Rottweil sowie der Technobunker in Tuttlingen. "Dort habe ich mit ›Obscure Shape & SHDW‹ aufgelegt", sagt der 23-Jährige stolz. Mittlerweile sind die DJs aus dem Stuttgarter Raum unter dem Leitmotiv "intelligent techno" europaweit bekannt.

"Die Leute sollen einfach Spaß haben und alles um sich herum vergessen" – das ist Moritz Riebles Ziel bei den Gigs. "Die Kunst ist, einen eigenen Sound zu kreieren, der trotzdem vielen Leuten gefällt", erklärt er.

Reduzierte Tracks

Und weil Rieble einer ist, der mehr will, legte er sich ein sogenanntes Groove Production Studio zu, eine Maschine, mit der man Beats und ganze Tracks produzieren kann. Seit August 2018 macht er seitdem sein eigenes Ding. "Wenn ich einmal an der Maschine dran bin, dann bin ich wie in einem Film und komme nicht mehr davon los. Dann mache ich weiter, bis ich eine coole Kombination der Sounds habe", erklärt Rieble das Prozedere. Wenn man einen gewissen Stil habe, laufe man aber schnell Gefahr, dass alles gleich klinge.

"Meist bearbeite ich meine Tracks dann noch am Computer, lasse sie mastern und veröffentliche sie dann auf Soundcloud, Facebook oder Youtube", berichtet der 23-Jährige. Dabei ist sein Credo immer Minimalismus. Rieble mag reduzierte Tracks ohne viel Synthesizer und Schnörkel. Sein Traum wäre es, einmal in Holland aufzulegen. "Was da abgeht, ist einfach toll."

Weitere Informationen: soundcloud.com/user-283159607