Rottweil

Kompositionen fügen ein Vielfaches zusammen

von Schwarzwälder Bote

Rottweil. In der Werkstatthalle der Kunststiftung Erich Hauser findet am Freitag, 31. Mai, im Rahmen der Konzertreihe "SWR Jetzt–Musik" das Konzert "Polyptychon" mit dem Ensemble "Sur Plus" inmitten der Lichtinstallation von Christoph Dahlhausen statt. Beginn ist um 20 Uhr.

Um 19.30 Uhr führt Bernd Künzig in das Konzert ein. Mehr als drei beweglich zusammengefügte Schreib-, Bild- oder Relieftafeln wurden in Antike und Mittelalter als Polyptychon bezeichnet. Das im Altgriechischen "Vielfaches Zusammengefaltetes" bedeutende Wort, ist auch der Titel des neuen, von Claus-Steffen Mahnkopf für das Ensemble "Sur Plus" geschriebenen Ensemblewerks, das gemeinsam mit drei weiteren durch die Ernst von Siemens Musikstiftung finanzierten Auftragskompositionen von Saskia Bladt, Brice Pauset und Wolfram Schurig das Programm dieses Konzertes bildet.

Als ein "Polyptychon" kann auch das Programm selbst angesehen werden, fügt es doch vier denkbar unterschiedliche kompositorische Perspektiven zusammen. Aus der Einladung an die beauftragten Komponisten, den für sie wichtigen geschichtlichen oder überzeitlichen Aspekten des Phänomens musikalischer Variation nachzuspüren, entstanden Werke mit verschiedenartigsten Anknüpfungspunkten in der Musik der Vergangenheit und Gegenwart, aber auch in Literatur, Philosophie und Sozialgeschichte.

Dabei bestimmt jede Komposition zugleich das Ensemble von drei Bläsern, drei Streichern und Klavier in seiner Struktur auf überraschende Weise neu – als Kollektiv, als Verschränkung von Teilensembles, als Gruppe von Individuen oder von Protagonisten auf einer imaginären musiktheatralischen Bühne.

Das 1992 in Freiburg gegründete Ensemble "Sur Plus" setzt sich zum Ziel, neue und unbekannte Kompositionen ohne stilistische Beschränkung und unabhängig von ihren intellektuellen und technischen Anforderungen zu interpretieren. Dieser Geist der Offenheit wurde maßgeblich von seinem Initiator, Dirigenten, künstlerischen Leiter und Pianisten James Avery (1937-2009) geprägt.

Das Ensemble arbeitet sowohl im traditionellen Konzertrahmen als auch in grenzüberschreitenden Projekten mit experimentellen Klangausstellungen, Raumgestaltungen, Improvisationen und instrumentalem Theater.