Rottweil

Gummibärchen ersetzen echte Organe

von Stefanie Siegmeier

Rottweil - Was muss ich bei einer Darmspiegelung beachten, und wie funktioniert eigentlich die Schlüsselloch-Chirurgie? Diesen und anderen Fragen konnten die Besucher der "Nacht der Medizin" in der Helios-Klinik nachgehen.

"Die Resonanz war sehr gut, und die Besucher haben ein positives Feedback gegeben", informiert Pressesprecherin Andrea Schmider.

Für einen Freitagabend ist in der Rottweiler Helios-Klinik eine Menge los. Besucher schlendern, in dunkelblaue Veranstaltungsflyer vertieft, über die Gänge. Farbige Linien weisen ihnen den Weg zu den verschiedenen Aktionen. Beim Operationssaal stehen die Türen offen. So mancher Gast zögert zunächst, die Räume zu betreten. Doch es warten eine ganze Menge Informationen und Mitmachaktionen.

Teddybärenklinik lässt Kinder strahlen

In der Teddybärklinik hat ein kleiner Junge große Sorge um seinen Plüschpinguin, der sich offenbar den Kopf angestoßen hat. Auf der Liege wird er von einem Arzt untersucht. Sogleich bekommt er einen dicken weißen Kopfverband, und der Junge strahlt.

Nebenan steht eine Bauchspiegelung auf dem Programm. Hier kann man sich selbst an den endoskopischen Instrumenten versuchen. Gar nicht so einfach, die Gummibärchen, die in der OP-Puppe statt echter Organe zu finden sind, mittels der endoskopischen Instrumente von einer in die andere Schüssel zu bugsieren. Schnell wird offenbar, welche Leistung die Operateure hier erbringen.

Kinderschminken und Arm eingipsen

Weiter geht es durch die Gänge. Mutige Kinder können sich ihren Arm eingipsen lassen. Wem das zu heftig ist, der kann zum Kinderschminken gleich daneben gehen. An allen Stationen sind Ärzte zu finden, die den Besuchern alles ausführlich erklären und Fragen beantworten. Beispielsweise informiert Claus-Peter Rebhan vom Pflegedienst über moderne Wege bei der Beatmung. Für Intensivpatienten gibt es nun ganz neue Möglichkeiten, sagt er.

Aber nicht nur eine ganze Menge Informationen hat das Helios-Team parat, sondern es gibt auch eine Reihe Aktionen, bei denen die Besucher selbst ausprobieren dürfen. So kann man beispielsweise in den Alterssimulationsanzug schlüpfen oder an der Bela­stungs- und Trittanalyse teilnehmen.

Diverse Vorträge ergänzen das Programm. Lediglich beim Kreißsaal bleiben den Besuchern die Türen verschlossen. Aber wer genau hinhört, der kann das zarte Stimmchen eines neuen Erdenbürgers vernehmen, der hier gerade das Licht der Welt erblickt hat. Auch das gehört dazu. Die "Nacht der Medizin" hat jedenfalls spannende Einblicke gewährt. Und nicht nur die Besucher, auch die Veranstalter waren sehr zufrieden.