Rottweil

Fast-Flachdächer sind nun möglich

von Anja Schmidt

Der Aufstellungsbeschluss für das Neubaugebiet Brunnenäcker III wurde auf den Weg gebracht. Das Plädoyer der Göllsdorfer Räte, Flachdächer zuzulassen, überraschte Peter Jung-Teltschik von der Stadtplanung.

Rottweil-Göllsdorf. Das Neubaugebiet in Göllsdorf, Richtung Bohrhaus entlang der Prim, kann kommen. Nachdem mehrere Varianten im Ortschaftsrat Göllsdorf zur Erschließung des Wohnbaugebiets Brunnenäcker III in der Vergangenheit diskutiert worden waren, wurde der Aufstellungsbeschluss nun einstimmig befürwortet und einen Tag später auch vom Gemeinderat abgenickt.

In Anbindung an den bestehenden Siedlungsbereich von Göllsdorf entstehe ein qualitativ hochwertiges Wohngebiet mit besonderem Augenmerk auf Durchgrünungen, sagte Ulrike Ambacher vom Fachbereich. Die Nachfrage nach Bauplätzen sei in Rottweil und den angrenzenden Ortsteilen seit Jahren ungebrochen.

Mit dem Neubaugebiet Göllsdorf werde auf 88 Baunachfragen reagiert, davon 30 Interessenten aus der Ortschaft. Daher wurde es auch notwendig, das Baugebiet nicht wie angedacht in drei, sondern in zwei Bauabschnitten zu erschließen. Jedenfalls sei es nicht möglich, über die bestehenden Baulücken den Bedarf zu decken. Jedoch, so mahnte Fachbereichsleiter Peter Jung-Teltschik, müsste das Baulückenmanagement auch weiter betrieben werden.

Der Bebauungsplan "Brunnenäcker III" weist eine Fläche von etwa 4,93 Hektar aus, auf der insgesamt 52 Bauplätze mit Grundstücksgrößen von 490 bis 1024 Quadratmeter realisiert werden können. Vorgesehen ist, angegliedert an die bereits bestehenden angrenzenden Strukturen, eine Bebauung mit zweigeschossigen, überwiegend Einfamilien- und Doppelhäusern. Zur Erreichung einer guten Wohnqualität im Gebiet wurde vor allem auf eine gute Durchgrünung der öffentlichen aber auch der privaten Grundstücke, Aufenthaltsbereiche sowie eine gute Verknüpfung in die freie Landschaft und die angrenzenden Strukturen geachtet.

Stadtplaner überrascht

Durch das gesamte Wohngebiet führen Fuß- und Radwege, die ein leichtes und sicheres Durchqueren für den fußläufigen Verkehr und für Radfahrer möglich machen und in alle Richtungen an das vorhandene Wegenetz in die freie Landschaft schaffen. In der Mitte des Plangebietes befindet sich eine größere öffentliche Grünfläche, auf der ein Kinderspielplatz entstehen soll. Zur besseren Einbindung in die Landschaft wurden zu den Randbereichen öffentliche Grünflächen vorgesehen, die mit größeren Bäumen und Sträuchern sowie Feldhecken bepflanzt werden sollen. Entlang des Feldweges im Westen wird in der öffentlichen Grünfläche eine Retentionsmulde zur Rückhaltung und verzögerten Ableitung von unbelastetem Dach- und Oberflächenwasser vorgesehen. Die Erschließung erfolgt über die zwei bestehenden Straßenanschlüsse, von der St. Blasien Straße und der Klosterstraße. Der nördliche Bereich wird über die Brunnenäckerstraße/Prim­straße erschlossen. Vorgeschlagen wurden Satteldächer und Pultdächer wie versetzte Pultdächer mit einer Neigung zwischen acht und 15 Grad.

Dem Trend nach Flachdächern sollte nach Meinung der Räte unbedingt entsprochen werden. Insbesondere Matthias Bergmann setzte sich dafür ein, in diese Gestaltung nicht einzugreifen und den Bauherrn das Flachdach zu ermöglichen. Sehr zu Verwunderung von Jung-Teltschik, der aus seiner Erfahrung eher Beschränkungen als Freiräume aus solchen Sitzungen mitgenommen hatte. Aber: "Ich begrüße das."

Im Ergebnis fanden die Räte jedoch einen Kompromiss und entschieden, bei Pultdächern eine Neigung von drei Grad zu ermöglichen. Das wurde auch vom Gemeinderat Rottweil mitgetragen, der sowohl dem Aufstellungsbeschluss wie auch dem Beschluss zur Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zustimmte. Darüber hinaus wurde angeregt, einen sozialen Wohnbau mit in das Gebiet aufzunehmen.

Das Bauamt soll nun die Machbarkeit prüfen, insbesondere im Hinblick auf die begrenzte Zweigeschossigkeit der Gebäude. Parallel wird der Vorschlag dem Ortschaftsrat zur Beratung vorgelegt.