Rottweil

Es ist die größte ehrenamtliche Organisation

von Schwarzwälder Bote

Kreis Rottweil (lh). Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Kommunalverwaltungen gaben sich beim Kreisjägertag der Kreisjägervereinigung Rottweil in der Kastellhalle Waldmössingen die Ehre.

Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Beginn wurden die Besucher durch eine Ausstellung vor und in der Halle eingestimmt und Kreisjägermeister Otmar Riedmüller stellte den neu beschafften Lernort-Naturanhänger der Vereinigung vor und wie er sinnvoll eingesetzt werden kann. Hausherr und Oberbürgermeister Thomas Herzog nutzte in seinem Grußwort die Gelegenheit, für einen Besuch in den Schramberger Museen oder einen Spaziergang auf den beiden Premiumwanderwegen zu werben.

Landrat Wolf-Rüdiger Michel bezeichnete die Kreisjägervereinigung als die größte ehrenamtliche Organisation. Eine Demokratie lebe von diesem Engagement, das man nicht erzwingen und auch nicht bezahlen könne. Aber der Staat müsse die Rahmenbedingungen setzen, damit das Ehrenamt Freude bereite und geschätzt werde. Nicht nur gegen das Schwarzwild setzten sich die Jäger erfolgreich ein, sondern auch für das Auerwild. Beim Thema Wolf werde man nur mit einem Management weiterkommen, sagte Michel. Landtagsabgeordneter Stefan Teufel, der stellvertretend für alle Landtagsfraktionen sprach, dankte den Jägern für die Hege und Pflege der Wildtiere bei jedem Wetter. Beim Wolf müsse man sich klar positionieren. Bei einer Veranstaltung in Aichhalden sei ihm klar geworden, dass Wolfs- und Schafzäune nicht zusammenpassten. Die Diskussion dürfe nicht damit enden, dass der Staat 90 Prozent der Zaunkosten übernehme, bekräftigte Teufel.

Riedmüller informierte über 32 Neuzugänge, wodurch die Kreisjägervereinigung aus 634 Mitgliedern besteht, darunter 39 Frauen. Nach Auskunft von Gamswild-Obmann Timo Riegraf war das Jagdjahr 2018 mit 20 Stück geschossenem Gamswild äußerst erfolgreich. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre habe bei zehn Exemplaren gelegen, wodurch oftmals die Abschussvorgaben nicht erfüllt worden seien. Die Gamsbestände innerhalb des Kerngebiets Hinterlehengericht seien laut Revierinhaber stabil, in Vorderlehengericht sei ein Zuwachs zu verzeichnen. Im Bereich Tennenbronn existiere ein Bestand von circa 14 Tieren, während im Neckartal in den zurückliegenden Jahren keine Gamsen bestätigt worden seien. Eine Schätzung der Gesamtzahl gestalte sich schwierig, es könne aber von 60 bis 70 Stück ausgegangen werden.

Informationen zur Entwicklung der in Belgien ausgebrochenen Amerikanischen Schweinepest (ASP) und Schutzmaßnahmen entlang der Grenze zu Frankreich und Luxemburg gab es von Jörg Hauser, Leiter des Veterinär- und Verbraucherschutzamts Rottweil.

Im Mittelpunkt des Kreisjägertags standen Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft und Musizieren in den Bläsergruppen der Hegeringe. Bläserehrungen: zehn Jahre: Rainer Trick (Horgen), Susanne Bischof-Roth (Fischbach). 20 Jahre: Matthias Wößner (Dornhan), Wilhelm König (Empfingen), Axel Hempfling (Renfrizhausen), Dieter Hauser (Sigmarswangen), Bernd Hauser (S-Mühlheim). 30 Jahre: Eugen Schuler (Horgen). 40 Jahre: Werner Bühler (Schiltach). 50 Jahre: Georg Knobel (Schenkenzell), Josef Weißer (Sulgen). 60 Jahre: Inge Müller (Schiltach). Mitgliedschaft: 25 Jahre: Rolf Zahn, Vanessa von Podewils (beide Leinstetten), Norbert Utzler (Sulz), Peter Paul Stöferle (Sulgen), Udo Riegraf, Werner Spenner (beide Schiltach), Wolf-Rüdiger Reinhold (Oberndorf), Gerhard Mutschler (Gundelshausen), Stefan Hund (Renfrizhausen), Jürgen Haibt, Dieter Haibt (beide Bettenhausen), Matthias Wößner, Joachim Gäckle (beide Dornhan), Heinz Bayer (Trichtingen). 40 Jahre: Hans-Dieter Schrode (Sulz), Reinhold Mäder (Trichtingen). 50 Jahre: Dieter Schon (Aistaig), Wilfried Schmeh (Wellendingen). 60 Jahre: Hartwig Bronner (Leinstetten). 65 Jahre: Gerhard Bronner (Leinstetten). 75 Jahre: Walter Jäckle (Locherhof). Bronzene Verdienstnadel des Landesjagdverbands: Ralf Majer, 3. Platz unter 110 Teilnehmern bei der Bundesmeisterschaft. Bestandene Jägerprüfung: Oliver Seitz, Stefan Hettich, Christoph Broghammer, Melanie Seitz.