Rottweil

Erinnerungen an einen Dichter

von Schwarzwälder-Bote

Rottweil. Anlässlich des 100. Geburtstags von Thaddäus Troll fand im Großen Sitzungssaal des Rathauses in Stuttgart ein Festakt der Stadt Rottweil statt. Nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Fritz Kuhn und einem Grußwort von Wirtschaftsminister Schmid hielt Jürgen Lodemann, Literaturpreisträger der Landeshauptstadt Stuttgart, eine Rede "Zu und über Thaddäus Troll". Es folgten Gespräche mit Gerhard Raff und Eleonore Lindenberg, der langjährigen Sekretärin von Thaddäus Troll. Anschließend gab es einen Empfang.

Zu dem Abend war auch der Rottweiler Schriftsteller Egon Rieble eingeladen. Er wurde begleitet von seiner Tochter Caroline und dem Liedermacher Pius Jauch. Thaddäus Troll war von Riebles erstem Mundart- und Kunstbuch "Em Jesusle isch es langweilig" so angetan, dass er nach Rottweil kam und mit Rieble in der Gegend die Heiligen des Buches aufsuchte. Er solle "unbedingt" ein weiteres Buch schreiben, sagte Troll zu Rieble. Es folgte "Dr oane geits dr Herr im Schlof". Und von Troll folgte lange nichts. Und dann kam ein Brief – "ich bin sprach- und schlaflos und habe ein betoniertes Gemüt…". Tags drauf kam die Nachricht, dass Troll gestorben ist – an einer Überdosis Schlaftabletten. So endete eine Freundschaft.

"Ein Abend für Thaddäus Troll" ist der Titel der Veranstaltung, mit der sich die VHS Rottweil morgen, Donnerstag, 8. Mai, 19.30 Uhr, im Festsaal des Alten Gymnasiums den landesweiten Erinnerungen an Thaddäus Troll anlässlich des 100. Geburtstages anschließt.

Der Abend erhält sein besonderes Gepräge durch den Auftritt des durch Funk und Fernsehen bekannten Liedermachers Pius Jauch, der 2012 den Sebastian Blau-Preis für Liedermacher erhielt. Dazu kommen Troll-Lesungen von Gedichten wie "O Heimatland", "Kenner trinken Württemberger" und "Mein Cannstatt" sowie der "Schwäbische Spottkalender".

Am Schluss stehen Riebles Erinnerungen an Thaddäus Troll und Schwäbische Volkslieder mit Raimund Selinka auch zum Mitsingen.