Rottweil

Die Jugend steht auf Retro

von Schwarzwälder Bote

Rottweil bemüht sich um ein gutes Image als "fahrradfreundliche Stadt", das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde – ein gutes Zeichen also, wenn bei einer Fahrradversteigerung alle Gefährte ruckzuck Abnehmer finden.

Rottweil (ans). Noch besser, wenn viele junge Leute Interesse zeigen – so wie am Freitag: 30 Fahrräder waren beim Rottweiler Fundbüro gelandet, und sie gingen am Freitag vor der Zehntscheuer weg wie warme Semmeln. Seit dem vergangenen Jahr versteigert das städtische Fundbüro aus ihrem Sammelsurium an Fundstücken nur noch die Fahrräder. Die Jahre davor kamen auch Schmuck, Geldbörsen und Uhren unter den Hammer. Die Schnäppchenjäger waren zwar begeistert. Aber der Aufwand war einfach zu groß, erläuterte Isabella Kruppe vom städtischen Fachbereich.

Rest an Aktion Eine Welt

Die Fundstücke gehen jetzt, nachdem sie ein halbes Jahr nicht abgeholt wurden, direkt zur Aktion Eine Welt, die mit dem Erlös ein soziales Projekt unterstützen kann.

Nur die zahlreichen Fahrräder versteigert das Fundbüro noch. Ulrike Müller vom Ordnungsamt hatte als Auktionator sichtlich Spaß. Charmant pries sie die Vorteile der Drahtesel an, und erreichte so manches Bieterduell. Das höchste Gebot stieg in Fünferschritten von 30 auf immerhin 85 Euro. Am Schluss der Bieterrunde waren über die Hälfte der Räder verkauft. Zwei gingen für fünf Euro an zwei Schüler, die sich über ihre Retrobikes freuten.

Die übrig gebliebenen Räder gehen nun auch an die Aktion Eine Welt.