Rottweil

Das Ende einer Idylle rückt näher

von Schwarzwälder-Bote

Rottweil (apf). Es hat ihn noch einmal gereizt. Parken, länger als die Parkscheibe anzeigt. Auf dem Areal, wo vor Jahren noch die alten Paketpost stand. In unmittelbarer Nähe zum Gefängnis. Ab Montag ist damit Schluss. Ein neuer "Kasten" wird gebaut.

Er war einer der ersten, der diese innenstadtnahe Möglichkeit, zwischen 9 und 18 Uhr zu parken, wahrgenommen hat. Viele Wochen blieb der Platz überschaubar. Kaum ein Auto gesellte sich dazu. Damals wussten die "Sheriffs", dass andere Viertel ergiebiger für die Stadtkasse waren. Dann drehte sich der Wind. Autos kamen, Parkplätze wurden rar, "Sheriffs" kamen, gebührenpflichtige Bescheide nahmen zu. Immer wieder musste mit einem Fünf- und/oder Zehn-Euro-Schein das Alte Rathaus aufgesucht werden.

Es gab aber auch die Jahre, als die Mitarbeiter aus dem er­sten Stock ihrerseits Liebesgaben verteilten. "Sie haben auch heute ihr Fahrzeug wieder verkehrsgerecht geparkt", schrieb der Nikolaus und heftete Gummibärchen an das Schreiben. Das Leben mit dem Ordnungsamt war eben ein Geben und Nehmen.

Ab Montag also nicht mehr auf diesem idyllischen Fleckchen, das mittlerweile den Charme eines innerstädtischen Brachlandes aus der Zeit von 1950 hat. Mit seinen "Wildkräutern", die es – vor allem – in den Sommermonaten verschönert haben. Auch der "Run" auf den Parkplatz unter der Kastanie, fast der einzige im Hochsommer, der am Morgen Schatten spendet und somit die Innentemperatur des Autos im angenehmen 30-Grad-Bereich ließ, ist Vergangenheit.

Und am Donnerstag nach 18 Uhr? Kein Strafzettel. Nichts. Glück gehabt! Tränen weinte lediglich der Himmel.