Rottweil

Amt warnt vor Lyme-Borreliose

von (sb)

Kreis Rottweil - Das Gesundheitsamt Rottweil weist aus aktuellem Anlass auf die Gefahren der Lyme-Borreliose hin. Gegen diese gibt es keine Impfung, weshalb besondere Vorsicht geboten sei.

Zecken werden jetzt wieder aktiv und können die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung, übertragen. Gegen diese Viruserkrankung kann man sich impfen lassen. Leider treffe dies nicht für die Lyme-Borreliose zu. Hier geht die Gefahr nicht von Viren, sondern von Bakterien der Art Borrelia burgdorferi aus. Eine Vielzahl von Organsystemen könne geschädigt werden.

Die Symptome

Die Wanderröte ist das häufigste Zeichen einer Borreliose. Wenn sich rund um die Einstichstelle eine Hautrötung entwickelt, die sich ringförmig vergrößert, sollte man sich beim Arzt vorstellen. Die Wanderröte tritt erst nach etwa drei Tagen auf. Es kann auch sein, dass man zunächst gar keine Beschwerden hat oder nur allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber-, Muskel- oder Kopfschmerzen und Müdigkeit bemerkt.

Weil die Borreliose oft erst viel später und zunächst unbemerkt eine Reihe weiterer Organe schädigen kann, ist sie gefürchtet und als Chamäleon in der Medizin bekannt. Bei unklaren Nervenschmerzen, Gesichtsmuskellähmungen, Entzündungen oder bei einer Herzmuskelentzündung an eine Borreliose gedacht werden.

Die Behandlung

Zur Behandlung einer Lyme-Borreliose stehen Antibiotika zur Verfügung. Bei rechtzeitigem Einsatz lassen sich Komplikationen vermeiden. Die prophylaktische Antibiotikagabe nach einem Zeckenstich ist nicht ratsam, dies kann Resistenzen fördern.

Vorbeugen

Da keine Impfung zur Verfügung steht, sollte man sich vor Zeckenstichen schützen und Zecken so rasch wie möglich entfernen. Für eine Übertragung von Borrelien muss die Zecke – anders als bei der FSME – mehrere Stunden am Wirt gesaugt haben. Um Stiche zu vermeiden wird folgendes geraten: helle Kleidung tragen, die die Körperoberfläche bedeckt und auf der Zecken gleich entdeckt werden. Das T-Shirt in die Hose stecken, die Socken über die Hose zu ziehen. Auch Anti-Zeckenmittel wirken in einem gewissen Umfang. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der gesamte Körper von Mensch und Haustier sorgfältig abgesucht werden.

Entfernen

Für die Entfernung der Zecke Pinzetten, Zeckenzangen, -karten und -schlingen nutzen. Zur Not die Zecke mit den Fingernägeln nah an der Hautoberfläche packen und herausziehen. Nach der Entfernung sollte die Einstichstelle desinfiziert werden.