Rottenburg

Zuerst werden nur die Leerrohre verlegt

von Alexandra Feinler

Rottenburg. Der Ausbau des eigenen kommunalen Glasfasernetzes der Stadt Rottenburg soll weiter voranschreiten, weshalb Jürgen Klein vom Tiefbauamt Rottenburg die Arbeiten für den Erschließungsabschnitt eins und zwei bei Ergenzingen und Seebronn vorstellte.

Mit einer Strukturplanung wurde untersucht und dargestellt, wie jedes einzelne Haus in den Ortschaften mit Glasfaseranschluss versorgt werden kann. Allerdings werde eine flächendeckende Versorgung der rund 11 000 Grundstücke mit rund 12 000 notwendigen Anschlüsse noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Nach dem ersten und zweiten Abschnitt soll Seebronn bis Oberndorf, dann Oberndorf bis Kiebingen, die Kernstadt Rottenburg und dann die südlichen Backbone-Ringe folgen. Zu den südlichen würden Weiler, Dettingen, Hemmendorf, Hirrlingen, Frommernhausen, Schwalldorf und Bad Niedernau gehören.

Für die ersten beiden Abschnitte sei eine Angebotssumme von rund 1,4 Millionen Euro vorhanden. Ein Bieter habe ein Angebot abgegeben. Das Unternehmen Walter Bauer aus Rundingen soll den Zuschlag erhalten. Gefördert wird die Maßnahme vom Land mit rund 900 000 Euro. Auch die kommenden Abschnitte sollen eine Fördersumme erhalten. Bekannt sei, dass die Fördersumme gleich bleibe, dagegen die Preise für die Umsetzung aktuell aufgrund der hohen Nachfrage steigen würden.

Peter Cuno (WiR) hakte nach, ob die im Haushalt bereitgestellten finanziellen Mittel für die sechs Abschnitte ausreichen würden. Oberbürgermeister Stephan Neher erklärte, dass nach aktuellen Zahlen rund 3 Millionen Euro nötig seien, wovon 2,6 Millionen Euro gefördert werden könnten.

Derzeit bestehen gute Förderquoten für den Netz-Ausbau

Michael Bay (CDU) wollte wissen, ob beispielsweise die Vorbereitungen für das schnelle Internet vorgenommen werden würden, wenn die Gasanschlüsse verlegt werden würden. "Wir machen die Lehrrohre rein, wenn Gas und Strom reingelegt wird. Dann kommt alles auf einmal", erklärte Klein.

Eine heftige Diskussion kam auf, denn die Gemeinderäte konnten nicht verstehen, wieso nur Lehrrohre gelegt werden: "Wie will man das dem Bürger erklären: Da sind nur Lehrrohre vorhanden, das schnelle Internet kommt später." Bay forderte daher die Stadtverwaltung auf, dringend mit der Telekom Kontakt aufzunehmen: "Wir brauchen das jetzt und nicht erst irgendwann." Dafür erhielt er von zahlreichen Gemeinderatskollegen Applaus.

Der Erste Bürgermeister Thomas Weigel erklärte, dass gerade gute Förderquoten für die Backbones bestehen würden, weshalb sich die Stadt diese Mittel nicht entgehen lassen möchte. Dass die Telekommunikationsanbieter dann agieren müssten, könne die Stadt nicht beeinflussen. In der Kernstadt würde schnell gehandelt werden, doch im ländlichen Bereich würden sich die Telekommunikationsanbieter nur langsam bewegen. Die Stadtverwaltung werde pro Mehrfamilienhaus ein Lehrrohr verlegen lassen und hätte damit eine Reserve, denn ein Glasfaserkabel mit Paaren könne Unmengen an Daten transportieren. Für größere Häuser würden auch größere Reserven geschaffen werden. Auch müsste der Häuslebauer wissen, dass ihm eine schnelle Glasfaserleitung bis ins Haus nichts bringe, wenn keine Lehrrohre ins gewünschte Zimmer verlegt werden. Weitere Diskussionen und Erklärungen zum Ausbau des schnellen Internets wurden beschleunigt. Einstimmig sprach sich der Gemeinderat für den Breitbandausbau mit den Abschnitten eins und zwei für Ergenzingen und Seebronn aus.