Rottenburg

Viele "Bio-Menschen" sind dabei

von Marly Scharnowski

Beim Fest der Nationen in Rottenburg war von allen für alle was geboten. Dabei gab es unter anderem musikalische Unterhaltung und auch ein gemeinsames Fastenbrechen.

Rottenburg. Am Samstag war ein herrlicher Tag, um draußen zu feiern, doch die Bänke und Tische füllten sich nur zögerlich. Das Fest der Nationen war angesagt mit vielfältigem Programm.

Zunächst stimmte die Bajram Band ihre Instrumente, bis dann die Eröffnungsmusik fetzig über die Bühne ging. Der Star war allerdings die vierjährige Alisa, die einen Solotanz nach dem anderen auf die Bretter legte.

Obwohl Bürgermeister Hendrik Bednarz pünktlich vor Ort war, bevorzugte er zwei akademische Viertel. In seiner Begrüßungsrede freute er sich, dass so viele "Bio-Menschen" anwesend waren. Diesen Begriff erklärte er so: Offen zu sein, sich um seine Mitmenschen zu kümmern, Ängste und Vorurteile abzubauen im gemeinsamen Gespräch, fremde Kulturen zu verstehen und gemeinsam zu feiern.

D ie Singgruppe Feuervogel startete das Programm mit russischen Liedern, ein Teil des Publikums sang laut mit, klatschte und war glücklich, so dass es viel Applaus gab.

Das Fastenbrechen war auf 20.30 Uhr angesagt – es ist das alltägliche Brechen für die Abendmahlzeit im Ramadan. Dafür wurden extra Tische aufgestellt, an denen nur Speisen verzehrt werden durften, die erlaubt sind. Das endgültige Fastenbrechen ist in diesem Jahr der 5. Juni, auch das Zuckerfest genannt. 

Am Sonntag war es sehr heiß, trotzdem waren viele Besucher auf dem Fest. Meist bildeten sich Grüppchen mit der landeseigenen Sprache; einzelne junge Menschen, vor allem aus Osteuropa suchten gezielt nach Kontakt, egal in welcher Sprache. Für die Kinder war einiges geboten: ein Fahrradparcours der Jugendverkehrsschule "mit einem richtigen Polizisten, der hat sogar gelacht", erklärte der kleine Martin ganz begeistert. Das  Knallifax-Spielmobil hatte den meisten Zulauf, vor allem weil sich die Eltern mit ihren Kindern gern im Schatten aufhielten. Überhaupt sah man viele Familien unter Bäumen im Schatten außerhalb des Geschehens. Der Nachmittag verlief abwechslungsreich mit vielen Darstellungen, Tänzen, Gesang, jede Gruppe gab ihr Bestes und hatte Lampenfieber, doch nicht nur ihre Fans spendeten den verdienten Beifall. Einstimmig wurde die Küche gelobt, die traditionelle Speisen nach der Art "aus Mutters Küche" angeboten hat. Die Frauen mit roten Wangen, Schweiß auf der Stirn gaben ihr Bestes.

Nebenbei, aber wichtig waren die Stände von dem Integrationsbeirat Rottenburg, der interkulturellen Elternmentoren – Eltern helfen Eltern sowie der Malawi-Freunde Rottenburg. Jeder konnte sich informieren, ob im Gespräch oder mit den bereitgelegten Ausdrucken.