Rottenburg

Viel Kultur, nur wenige Besucher

von Angela Baum

Die Rottenburger Kulturnacht trotzte am Samstagabend soweit es ging dem strömenden Regen. Einige hundert Leute besuchten die zahlreichen Veranstaltungen in Rottenburger Museen, in der Stadtbibliothek, in den Kirchen sowie in der Volkshochschule und im Jugendhaus Klause.

Rottenburg. Auch in den Theatern, etwa im Theater am Torbogen oder in der Hammerschmiede sowie in einigen Kneipen war allerhand geboten.

Höhepunkte steuerte unter anderem der Kulturverein Zehntscheuer bei, etwa mit der Auktion aus Kunstwerken aus dem Depot des Kulturvereins oder mit einem Abschlusskonzert, welches die "Late Night Big-Band featuring Jakob Manz" bot. Unter dem Dirigat von Kulturvereinschef Karl Friedrich Baur gab es tolle Songs auf die Ohren, und auch Stadtmusikdirektor Arno Herrmann griff zum Dirigentenstab. Die Big-Band setzte sich zusammen aus Lehrern der Musikschule sowie aus Solisten des Tübinger und Stuttgarter Raums. Jakob Manz, der Shooting-Star der süddeutschen Jazz-Szene war beim Konzert mit dabei und man konnte ihn als Solist erleben.

Trotz allem war die achte Kulturnacht wieder einmal die Nacht der langen Nachtschwärmer, die teilweise mit Rucksack, Winterjacke und Regenschirm oder Regenklamotten angereist waren. Es waren die kurzen Wege zur Kultur, zu Theaterstücken und Konzerten und zur Kunst der Museen, die die Kulturnacht auszeichneten.

Im Marinemuseum etwa trat der Shantychor der Marinekameradschaft auf, in der Weinstube Stanis gab es wie an vielen anderen Abenden im Jahr auch ein regelrechtes "Gedrucke", und die Plätze waren rar.

Auch bei der diesjährigen Kulturnacht gab es wieder neue Orte, die bespielt wurden, etwa das Schülercafé, das Maritime Museum oder die Galerie Kunst im Kapuziner, in der Filme großer Künstler gezeigt wurden, beispielsweise über Friedensreich Hundertwasser, Pablo Picasso oder über den legendären Michelangelo.

Mit dem Eintrittsbändel um den Hals konnte man sich von Veranstaltung zu Veranstaltung treiben lassen – günstiger als mit den wenigen Euro Eintrittsgeld konnte man Kunst und Kultur wirklich nicht erleben.

Im Kino Waldhorn und im Jugendhaus Klause ging es bis weit nach Mitternacht. Im Jugendhaus gab es eine Jamsession mit den Noerds, die man auch vom Neckarfest her kennt.