Rottenburg

Nach Wildschwein-Attacke - neuer Bolzplatz

von Peter Morlok

Rottenburg-Ergenzingen. Der Turn- und Sportverein (TUS) Ergenzingen hat wieder einen Bolzplatz. Vor rund zwei Jahren pflügte eine Rotte Wildschweine den alten Bolzplatz so um, dass er nicht mehr bespielbar war.

Die Schwarzkittel stellten den Mehrspartenverein damit vor ein großes Problem. 220 jugendliche Fußballspieler, 50 Aktive der ersten und zweiten Mannschaft sowie die 20 Recken aus der Altherrenmannschaft brauchen Platz für ihr Training. Sportvorstand Frank Mollenbeck betonte, dass gerade dieser Bolz-Platz ein wichtiger Bestandteil des regulären Trainingsbetriebs war und nun auch wieder ist. 15 Mannschaften nutzen das Sportgelände für 40 Trainingseinheiten. "Und das ohne Spiele gerechnet", ergänzte seine Vorstandskollege Rainer Sabitzer.

Dass der TUS Ergenzingen viel in seine Jugendarbeit investiert, ist nicht nur durch sein internationales Jugendturnier weithin bekannt. Mit aus diesem Grund freuen sich die Verantwortlichen des Vereins, dass es nun relativ problemlos mit dem neuen Platz geklappt hat. "Zuerst war lediglich angedacht, dass man den Platz nach der Wildschwein-Attacke wieder einebnet, doch wir konnten mit der Stadtverwaltung einen Deal aushandeln. Die Stadt stellt den Rasenplatz und pflegt ihn auch und wir kümmern uns um den Rest", so Ortsvorsteher Reinhold Baur. Er fasst zusammen, dass die Stadt von den Gesamtkosten in Höhe von 65 000 Euro 35 000 Euro übernahm, die Verwaltung Ergenzingen mit 12 000 Euro, das Industrieunternehmen mit 10 000 Euro Spendengelder und der TUS mit rund 7500 Euro Eigenleistung die restliche Finanzierung stemmte. 50 Personen, vom Ehrenmitglied bis zum Jugendspieler haben von Seiten des TUS mitgeholfen, die Randarmierung auszugraben, zu betonieren, die Randsteine zu setzen und den Zaun, der bisher nur ein Provisorium war, zu stellen, erinnerte sich Rainer Sabitzer.

"Dass die Ergenzinger mit allen Tricks arbeiten, das ist mir schon seit langem bekannt. Doch dass sie jetzt schon Wildschweine einsetzen, nur um an einen modernen Trainingsplatz zu kommen, das ist neu", scherzte Rottenburgs Oberbürgermeister Stefan Neher. Auch er zeigte sich zufrieden mit dem, was in Kooperation von Sponsor, Verein, Gemeinde und Stadt sowie den bauausführenden Stellen von Juli bis November 2018 geleistet wurde. Ein moderner Bolzplatz mit einer Gesamtfläche von 5400 Quadratmeter, der außerhalb der Trainingszeiten auch für die Bevölkerung zur Verfügung steht, konnte am Freitagnachmittag mit einem Spiel der Ergenzinger F2-Mannschaft gegen ihre Kumpels aus Bondorf eingeweiht werden.

Natürlich zeigte sich auch Kai Schuppler, Werksleiter der Ergenzinger Werke der Firma Bitzer, begeistert darüber, was mit dem Betrag, den das Unternehmen spendete, erreicht wurde. "Gute Traditionen soll man beibehalten und zur guten Tradition unseres Hauses gehört auch, dass wir die Ergenzinger Vereine und vor allem seine Jugendabteilungen unterstützen.

Man habe sich bewusst für einen Rasenplatz entschieden, zumal man auf dem Sportgelände bereits einen Kunstrasenplatz habe, erklärte Rainer Sabitzer auf Nachfrage. Diese Entscheidung fiel auch vor dem Hintergrund, dass ein Rasenplatz in der Anschaffung wesentlich weniger kostet als ein Kunstrasenplatz. Auch müsse man von der Stadtverwaltung her auf die Ausgewogenheit der Sportstätten achten, da viele Vereine noch keinen Kunstrasenplatz haben.

So fand man mit dem neuen Bolzplatz einen guten Kompromiss und kann jetzt nur hoffen, dass die Wildsäue keine Lust haben, auch auf dem neuen Platz herumzubolzen.