Rottenburg

In blauen Weiten der Poesie unterwegs

von Schwarzwälder Bote

Das seit Kurzem im Handel erhältliche Buch "Ens Blau nei gschrieba" hat dieser Tage auch den Weg ins Rathaus der Mundartstadt Rottenburg gefunden.

Rottenburg. Oberbürgermeister Stephan Neher, zugleich Vorsitzender des Fördervereins Schwäbischer Dialekt, nahm es aus der Hand von Wolfgang Wulz, Mitherausgeber des Werks und Vorsitzender des Vereins schwäbische mund.art, entgegen.

Neher zeigte sich erfreut, dass es nach 2002 und 2008 bereits zum dritten Mal gelungen ist, den besten Autorinnen und Autoren des renommierten Mundartwettbewerbs mit einem Buch im Tübinger Silberburg Verlag ein literarisches Denkmal zu setzen und damit an Sebastian Blau alias Josef Eberle zu erinnern, den berühmten Sohn und Ehrenbürger der Neckar- und Bischofsstadt.  Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert und Wulz bekräftigten in diesem Zusammenhang auch die jahrelange großartige Zusammenarbeit der beiden Mundartvereine beim alle zwei Jahre durchgeführten Dichter-, Sänger-, Kabarettisten- und Filmwettbewerb, der mit seinen feierlichen Preisverleihungsfesten zusammen mit den seit 2014 jährlich durchgeführten Sebastian-Blau-Tagen einen unverzichtbaren Platz im Rottenburger Kulturleben gefunden hat.

Zum Buch: "Ens Blau nei gschrieba – Schwäbische Geschichten und Gedichte" ist der dritte Anthologieband zum Sebastian-Blau-Preis für Literatur. Wiederum ist das beste versammelt, was das Ländle in der Mundartliteratur zu bieten hat. Die Vielfalt und Lebendigkeit der schwäbischen Literatur setzt sich auch im Zeitalter von E-Book und Digitalisierung durch. "Schwäbischer Humor in Bestform!", heißt es in der Mitteilung.

Herausgeber sind Pius Jauch und Wolfgang Wulz im Auftrag des Vereins schwäbische mund.art mit Zeichnungen von Karlheinz Haaf.

Im Vorwort der Herausgeber heißt es: "›Ens Blau nei gschrieba‹ erschien uns der geeignete Titel für den vorliegenden dritten Band der Buchreihe, die seit dem ersten Sebastian-Blau-Preis für Literatur im Jahr 2002 jeweils mit ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen herausgegeben wurde: ›’smenschelet‹ hieß damals der erste Streich, mit dem der Verein schwäbische mund.art zeigen konnte, welche große Vielfalt unsere Mundartdichter und -dichterinnen bei der Darstellung des Menschlich-Allzumenschlichen zu bieten haben. Nach dem großen Erfolg bei der Leserschaft mit zwei Auflagen kam dann im Jahr 2008 schon viel selbstbewusster das ›’s goht älleweil weiter‹ daher, ebenfalls ein ›Blaupreisbüchle‹ mit dem Feinsten aus der mundartlichen Szene, das wiederum zahlreiche Leser gewinnen konnte."

Und weiter heißt es über das neue Buch: "Nun also ›Ens Blau nei gschrieba‹. Ein Titel, der die existenziellen Gefühle der schreibenden Zunft, insbesondere ihrer schwäbischen Mitglieder, in diversen Facetten umfasst: das bedingungslose Dichten und Schreiben in die blauen Weiten der Poesie hinein genauso wie die Unsicherheit, ob das literarische Produkt jemals einen Verlag und Leserinnen und Leser findet – oder irgendwo im Blau des unendlichen Kosmos verschwindet."

Die Einsendungen zum achten Sebastian-Blau-Preis 2018 würden beweisen, dass unter dem Schutz des "unvergessenen Dichterpatrons" Sebastian Blau, des Rottenburger Ehrenbürgers Professor Josef Eberle (1901-1986), auch in unserem rasanten, digitalen Zeitalter noch blaue Blütenträume wahr werden können, heißt es abschließend.