Rottenburg

Gleich in der ersten Runde gewonnen

von Angela Baum

David Wolf heißt der Sieger des Wurmlinger Pfingstritts. Wolf konnte gleich in der ersten Reitrunde den Maien aus dem Kreis ziehen und war damit Sieger.

R ottenburg-Wurmlingen. Wolf bekam von Oberbürgermeister Stephan Neher einen Siegerpokal, musste dafür aber seine Kameraden im Festzelt bis zum Schluss aushalten. Er spielte beim Pfingstspiel den Mohrenkönig. Als er den Maibaum ergriffen und aus dem Kreis mit fünf Meter Durchmesser gezogen hatte, stürzte er vom Pferd, genauso wie zwei weitere Reiter. Verletzt wurde dabei aber niemand. Zwei Jahre hatte sich der Pfingstreiterjahrgang zusammen mit den Festleitern Winfried Haug und Udo Brunnenmiller akribisch auf die diesjährigen Pfingstfeiertage vorbereitet. Galt es doch, reiten zu lernen und ein schönes Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen.

Viele Bürger von Wurmlingen engagierten sich gemeinsam mit dem Pfingstreiterjahrgang 1999/2000 für ein schönes Fest. Die Reiter nahmen insgesamt 25 Reitstunden, um für den Pfingstritt gewappnet zu sein. Mit zwölf Pfingstdamen und 23 Pfingstreitern war es heuer ein starker Reiterjahrgang. Die lebendige Tradition fand viele Zuschauer. Bereits beim Pfingstspiel durch den Ort sahen etliche hundert Besucher am Wegesrand zu.

Beim "Adler" und beim "Rössle" bekamen Ross und Reiter eine Stärkung. Die jungen Burschen bekamen Bier, die Pfingstdamen einen Sekt. Hier wurde dann auch das Pfingstreiterlied gesungen. Der Festzug bewegte sich zur Reiterwiese unterhalb der Wurmlinger Kapelle, wo der Pfingstritt stattfand. Zuvor gab es eine Pfingstpredigt, bei der Jesssica Hofmann und Lennart Paul das Geschehen im Flecken durch den Kakao zogen. So hatte etwa einer der Pfingstreiter seine Tasche in der Nacht verloren. Und auch die Sternsinger hatten vom einen oder anderen Schnäpsle Gedächtnislücken – so wurde der Klingelbeutel bei einer Familie vergessen. Es gab eine legendäre Kneipentour durch Rottenburg, dabei fuhr einer mit seinem Traktor gegen sein eigenes Haus. Ein anderer Reiter verlor seine Reitschuhe, und unvergesslich wird eine Kneipentour in Stuttgart für jenen Reiter sein, der danach aus Versehen mit dem Zug an den Bodensee fuhr.

Im Anschluss an die Pfingstpredigt gab es das Pfingstspiel, bei dem sich alle historischen Figuren, die von den jungen Reitern verkörpert wurden, den rund 2000 Zuschauern vorstellten. Der Platzmeister etwa besorgte den Platz für den Ritt, zudem gab es einen Adjutanten, einen Quartiermeister sowie den Fähnrich und den Maienträger, der den Maibaum trug. Der Mohrenkönig sorgte für Schmunzeln beim Publikum, zudem gab es den Sohn des Mohrenkönigs, den Koch des Königs, den Kellermeister und den weißen Mann. Der Doktor Eisenbart hatte ein ganzes Lied auf Lager, zudem traten der Kurier des Königs, der Kammerherr und der Henker sowie der Pfingstbutz auf. Der Henker schlug dem Pfingstbutz symbolisch den Kopf ab, anschließend wurde der Pfingstbutz, der in junges Birkenlaub gehüllt war, ausgebunden, so dass er auch reiten konnte. Als der Ritt zu Ende war, setzte der Regen ein, und alles strömte ins Festzelt.