Rottenburg

Erst nach drei Zugaben ist Schluss

von Marly Scharnowski

Zum beliebten Frühjahrskonzert hat der Musikverein Bieringen auch dieses Jahr wieder in die Rommelstalhalle eingeladen.  Bis auf wenige Restplätze war die Halle voll besetzt.

Rottenburg-Bieringen. Traditionell begannen die Jugendkapellen der Musikvereine Obernau, Nellingsheim und Bieringen, die sich zu einer Kapelle zusammengeschlossen haben. Die jungen Musiker brachten routiniert und gekonnt die Stücke: "A Western Suite", "Irish Dream" und "Great European Tunes" zu Gehör. Die musikalische Leitung hatte Markus Best inne.

Mit "Call of Heroes" eröffneten die aktiven Musiker den Frühlingsreigen, überlegt wurde danach "Schmelzende Riesen" von Armin Kofler dargeboten, ein umfassendes Thema, das sich in der Klimaerwärmung und dem Rückzug der Gletscher widerspiegelt, es gelang der Kapelle einzelne Stufen der sterbenden Eisriesen hörbar zu machen.

Stück passt zur Jahreszeit

Bei dem Titel "The Magnificent Seven" (die glorreichen Sieben) war der Spaß der Kapelle an diesem Musikstück deutlich anzuhören. "Queens Park Melody" versetzte in Frühlingsträume, dazu passend im Anschluss "Fiorellina" von Pavel Stanek. Gekrönt wurde das zauberhafte Stück durch Sophie Kübler, Mona Straub und Lisa Zoller an den Blockflöten. Das war gar nicht so einfach, wie Hermann Blöchle erklärte: "Das Stück ist gut, passt in die Jahreszeit, wer von euch hat noch eine Blockflöte?" So hatte die Frage an die Kapelle gelautet. Nach Durchstöbern des Instrumentenfundus, auch bei den Musikern zu Hause, ließen sich drei Exemplare auffinden. Die drei Solistinen erhielten Sonderapplaus.

Der festliche Marsch von "Arsenal" kündigte Grosses an: Hanna Letzgus hat die D1-Prüfung bestanden; Lisa Zoller wurde für 20 Jahre aktive Mitarbeit geehrt,, und Lorenz Truffner erhielt für 50 Jahre aktive Mitarbeit das goldene Abzeichen mit Brillanten. Für Karl-Heinz Hertkorn vom BVBW war es ein sichtliches Vergnügen, die Auszeichnungen zu verleihen.

Hochwertig wurde das Konzert fortgeführt, nach "Don’t Stop Me Now" (Queen)  wurde der "New Age Rock" aufgeführt, Lisa Speidel gab gekonnt ein Solo am Saxofon; dafür erhielt sie stürmischen Applaus. Bei dem Stück "My Dream" profilierte sich Patrick Paetz am Flügelhorn; seine Leistung wurde ebenfalls stürmisch anerkannt.

Nun wurde aus dem Nähkästchen geplaudert. Bei dem Stück "Wir sind wir" hatte Markus Best wohl bei einer Probe gemeint: "Klar sind wir wir, aber alle Chaoten." Dieser Spruch hält sich augenzwinkernd wohl noch lang.

Es folgte der "Andulka-Marsch" von Franz Bummerl, im Takt wurde mitgeklatscht, aber die Musiker nicht entlassen, es folgten noch drei Zugaben, unter anderem "Herz/Schmerz", "Schwaben-Gruss" und "Wir sind wir". Das altersgemischte Publikum war begeistert, die teils schwierige Musik wurde genossen, die Halle war noch am Ende so voll wie am Anfang. Es gab viel berechtigen Applaus, sowohl für die Jugend als auch für die Aktiven.

Maibaum in der Halle

Der MV Bieringen ist "steinalt", er wurde 1925 gegründet und hat, dank seiner Einstellung, viele Mitglieder und vor allem Freunde für sich gewinnen können. Dass er mit der Zeit geht, zeigt alleine die Jugendkapelle. Ihre Mitglieder stammen aus drei Teilorten. Unter der einfühlsamen, am Puls der Zeit stehenden Jugendleiterin Eva Bauer musizieren in dieser Kapelle zur Zeit 20 Jugendliche. "Es können noch mehr werden, wir haben damit keine Probleme", meinte sie lächelnd. 

Zum Schluss erfuhr man von Hermann Blöchle die Geschichte des desolaten (schaurigen) Maibaumes, er stand sicher in der Halle aufbewahrt. Dank an alle Mitarbeiter, der Feuerwehr (für Notfälle) und wie nebenbei: Das Konzert hat 856 Euro Spenden eingebracht, sie werden in die Jugendkapelle investiert.