Rottenburg

Die jüngere Generation darf ran

von Lena Wind

Die Feuerwehr Neustetten braucht einen neuen Kommandanten. Hans Jörg Bubeck stellt sich nach 15 Jahren Amtszeit nicht wieder zur Wahl.

Neustetten. "Es kommt immer irgendwann der Punkt, an dem es Zeit wird, dass die jüngere Generation nachrückt", meint Hans Jörg Bubeck. Seit 2003 ist er Kommandant der Feuerwehr Neustetten. Aber das war eigentlich gar nicht so geplant. "Ich war schon seit 1997 Abteilungskommandant in Remmingshausen", berichtet der 52-Jährige, der aus Dettenhausen stammt. Als der damalige Kommandant Werner Schimpf nach 25 Jahren Amtszeit aufhörte, stand eigentlich schon fest, dass sein Stellvertreter und Abteilungskommandant der Wolfenhausener Wehr, Manfred Brukner, sich zu seinem Nachfolger wählen lassen wollte. "Ich hatte keinerlei Ambitionen das zu machen", so Bubeck. Doch auf Drängen seiner Kameraden, habe er sich doch zur Wahl gestellt. Und bei der erging es ihm wie bereits seinen beiden Amtsvorgängern: "Am 15. November 2003 wurde ich dann mit gerade mal einer Stimme Mehrheit zum neuen Kommandanten gewählt." – Gegen die Stimmen der Wolfenhausener Kameraden. "Das Verhältnis war in den ersten Jahren nicht ganz leicht", erinnert sich Bubeck. "Aber Manfred Brukner als mein Stellvertreter hat mich immer unterstützt", betont er. Und so habe sich das Verhältnis nach Wolfenhausen inzwischen umgekehrt: "Von dort kommen die meisten Bitten, dass ich weiter machen soll."

Denn Bubeck hat als Kommandant einiges erreicht: So hat er beispielsweise neue Löschfahrzeuge für die verschiedenen Abteilungen beschafft und gerade erst neue Uniformen eingeführt. "Eines der wichtigsten Projekte war sicherlich die Gründung der Jugendfeuerwehr." Die stemmte Bubeck unter einer erheblichen Doppelbelastung. "Bis 2007 war ich nicht nur Kommandant, sondern gleichzeitig Abteilungskommandant in Remmingsheim", erklärt er. Dieses Amt gab er im Juni 2007, nach dem Kreisfeuerwehrtag in Remingshausen ab. "Das war eine richtig tolle Veranstaltung. Da ging ein Ruck durch die Feuerwehr und der kameradschaftliche Zusammenhalt wurde noch mal stärker", so Bubeck.

Generell waren es die kameradschaftlichen Ereignisse wie die Maiwanderungen und die Weihnachtsfeiern, die Bubeck in seiner Amtszeit am meisten Freude bereitet haben. "Toll ist es natürlich auch, wenn man sieht, mit welcher Begeisterung gerade die Jüngeren dabei sind." Dafür investierte Bubeck wöchentlich etwa 20 Stunden Arbeit in sein Ehrenamt. Und das zusätzlich zu seinem Vollzeitjob als Beamter im Werksdienst der JVA Rottenburg. In der Mittagspause E-Mails schreiben, am Abend Haushaltspläne aufstellen und als Repräsentant der Feuerwehr Veranstaltungen besuchen: Für Hans Jürgen Bubeck kein Problem. "Ich hab das alles gerne gemacht."

Trotzdem gibt es ein Ereignis in seiner Amtszeit, an das er sich nicht gerne zurück erinnert. "Das war der Einsatz im Herbst 2005 als Andreas Braun bei einem Einsatz unter meiner Leitung einen Unfall hatte." Braun sitzt seitdem im Rollstuhl. "Das war schon eine schwere Stunde und natürlich fragt man sich immer wieder, ob man nicht etwas anders hätte machen können." Doch die Neustettener Feuerwehrleute halten zusammen und helfen Braun nach seinem Unfall beim Umbau seiner Wohnung. "Und ich bin wirklich froh, dass Andreas nach wie vor der Feuerwehr wohlgesonnen ist und uns unterstützt, wo er nur kann."

Ähnlich will es auch Bubeck halten, wenn am Samstag, 10. November, voraussichtlich der 47-jährige Ralf Sauter von der Abteilung Wolfenhausen zu seinem Nachfolger gewählt wird. Dann will sich Bubeck in die Altersabteilung zurückziehen, die er selbst 2007 eingeführt hat. Die gewonnene Freizeit möchte er mit seiner Frau beim Sport verbringen: "Wir wollen gemeinsam die Gegend um Remmingsheim erwalken", freut er sich. Und auch bei der Feuerwehr hat er vor, sich in Sachen Sport einzubringen: "Es ist ja wichtig, dass Feuerwehrleute körperlich fit sind." Außerdem möchte er seinem Nachfolger beratend zur Seite stehen: "Da werde ich natürlich immer ansprechbar sein."