Rottenburg

Auch privat hat sie den grünen Daumen

von Angela Baum

Es ist Frühling, und der Sommer steht unmittelbar vor der Tür. Da ist auch wieder Hochsaison für die Umweltbeauftragte Hannah Wagner. Sie betreut die Natur- und Grünpaten in Rottenburg und den 17 Stadtteilen und freut sich, dass jetzt wieder Gartensaison ist.

Rottenburg. Beruflich beweist sie permanent, dass sie einen grünen Daumen hat, aber auch privat gärtnert die 37-Jährige gerne. "Es ist ein Ausgleich zum Beruf, und ich kann mich dabei entspannen", meint sie lachend im Gespräch mit unserer Zeitung.

Wagner betreut schon seit Jahren die Bachpaten und Naturpaten, wohl in diesem Jahr wird es noch ein Naturpatentreffen geben. Die Umweltbeauftragte berät auch die so genannten "Grünpaten", die sich für städtische und andere öffentliche Grünflächen verantwortlich fühlen und diese ehrenamtlich pflegen.

OB verschenkt gerne Stadthonig

So gab es vor einiger Zeit etwa eine Aktion mit Gemeinderäten und dem BUND. Hier wurde eine bienenfreundliche Wiese angesät, die gerade im Frühjahr oder im Sommer herrlich blüht – und viele tausend Insekten anlockt, auch und gerade Bienen und Wildbienen. In der Weilerstraße gibt es eine Grünfläche, in der Grünpaten Gehölze gepflanzt haben. Zudem gibt es dort ebenfalls insektenfreundliche Pflanzen. Am Metzelplatz wurde vor der Apotheke von der Apothekerin selbst ein kleines Idyll angelegt und gepflegt.

Am Stauwehr an der Tübinger Straße hat Imker Hebäcker, der kürzlich für sein ehrenamtliches Engagement rund um die Bienen mit der Bronzemedaille der Stadt geehrt wurde, seine Bienenstände. Der Honig, der hier geerntet wird, ist als sogenannter Stadthonig käuflich zu erwerben, etwa bei der Stadt. Oberbürgermeister Stephan Neher verschenkt den Honig sehr gerne immer wieder bei verschiedensten Gelegenheiten, verrät Wagner.

Im Garten gedeihen wilde Pflanzen

Privat hegt und pflegt sie einen Garten, dies gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter. Ihre Tochter züchtet etwa Linsen im Gläschen und hilft ihrer Mutter bei der Gartenpflege. Wagner macht auch Bodenversuche, mischt etwa Kies mit Sand oder mit Humus und pflanzt darauf Pflanzen bestimmter Arten. Daraus kann sie Rückschlüsse ziehen, beispielsweise für die Biotoppflege. Denn sie weiß dann, worauf es ankommt, wenn es um Bodenverbesserung geht. Die Experimente im Topf lassen laut Wagner durchaus Rückschlüsse auf größere Flächen zu.

In ihrem Garten gedeihen etwa wilde Pflanzen wie Brennnessel, Giersch und auch Löwenzahn sowie Wiesenschaumkraut. Diese Wildpflanzen verwendet sie in der Küche. "Ein Leckerbissen", schwärmt sie begeistert. Auch Sauerklee wandert bei ihr in den Salat. Ebenso Quendel und Spitzwegerich, dies alles sei lecker und schmackhaft.

Im Hochbeet züchtet sie Salat, Erdbeeren oder auch Kräuter wie Rosmarin. Jüngst überreichte die rege Umweltbeauftragte dem OB einen Wildblumenstrauß.