Ringen

Weinauge startet Comeback

von Lothar Herzog

Mit den Titelkämpfen der Frauen und Männer im freien Stil biegen die Deutschen Einzelmeisterschaften 2019 auf die Zielgerade ein.

Vom heutigen Freitag, 17. Mai, bis Sonntag, 19. Mai, werden in der Riegelsberghalle in Riegelsberg die Meister in sechs Gewichtsklassen bei den Frauen und in zehn Kategorien bei den Männern gekürt. Hierfür streiten sich 46 Athletinnen und 122 Athleten.

Das kleine Saarland mit den vier Bundesligisten KSV Köllerbach, ASV Hüttigweiler, AC Heusweiler und Gastgeber KV Riegelsberg zählt zur absoluten Ringerhochburg des Deutschen Ringerbundes (DRB). Nicht umsonst werden pro Wettkampftag rund 800 Zuschauer und Offizielle erwartet.

Neben dem Gewinn des Deutschen Meistertitels weckt das ranghohe Turnier zusätzliches Interesse, da es für viele Athleten bereits darum geht, sich für eine Nominierung zu den Weltmeisterschaften im Oktober bei den Bundestrainern zu empfehlen. Denn bei den Welttitelkämpfen in Astana (Kasachstan) werden die ersten Startplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio vergeben. Wer da nicht mindestens Sechster wird, hat nur noch eine minimale Chance bei zwei weiteren Qualifikationsturnieren, wo lediglich die Finalisten ein Olympia-Ticket lösen können.

Der Südbadische Ringerverband (SBRV) schickt sieben Frauen und 15 Männer ins Saarland. Bei den Amazonen startet Nadine Weinauge (KSK Furtwangen) nach längerer Verletzungszeit – sie nahm zuletzt 2017 bei Deutschen Meisterschaften teil – ein Comeback. Sie wird wie Sabrina Fischer (ASV Urloffen) und Johanna Meier (WKG Weitenau-Wieslet) bis 68 kg ins Geschehen eingreifen.

Gute Chancen auf Edelmetall haben neben Weinauge noch Vorjahres-Vizemeisterin Annika Wendle (ASV Altenheim/53 kg) und Elena Brugger (TuS Adelhausen/57 kg). Bei ihrer ersten Frauen-Teilnahme hofft Sina Moosmann vom KSV Tennenbronn (53 kg) nicht zu früh auf die Favoritinnen Wendle und Nina Hemmer (AC Ückerath) zu treffen. Dies gilt auch für Außenseiterin Jennifer Wagner (TSV Kandern/62 kg).

Bei den Männern einige heiße Eisen im Feuer

Bei den Männern hat der SBRV einige heiße Eisen im Feuer. So zum Beispiel den mehrfachen Titelträger Manuel Wolfer (RG Hausen-Zell), der sich bis 65 kg von Juniorenmeister Leon Gerstenberger (AB Wurmlingen) herausgefordert sieht, und in Timo Moosmann (KSV Tennenbronn) Konkurrenz aus dem eigenen Verband erhält. Der wieder genesene Stefan Käppeler (KSV Taisersdorf/74 kg) kommt ebenso für eine Medaille infrage wie Lars Schäfle (RKG Freiburg 2000/86 kg) als Titelverteidiger und Felix Krafft (TuS Adelhausen/125 kg) als Vorjahres-Vize. Immer gut für Edelmetall sind der unscheinbare Leo Kempf (125 kg) sowie die Brüder Luca (70 kg) und Nico Megerle (alle ASV Urloffen/61 kg). David Brenn (KSV Tennenbronn/61 kg) kann aufgrund der guten Ergebnisse in der vergangenen Regionalliga-Saison sowie dem dritten Platz bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im März dieses Jahres als Geheimtipp bezeichnet werden. Mit Alexander Semisorow (RV Rümmingen) und Michael Kaufmehl (jetzt wieder SV Triberg) werden zwei wichtige Medaillensammler der vergangenen Jahre verletzungsbedingt fehlen.

Im Aufgebot sind noch: Adrian Wolny (RKG Freiburg 2000/70 kg), Michel Riesterer (RKG Freiburg 2000/74 kg), Florian Wölfle (KSV Hofstetten/74 kg), Pascal Ruh (TuS Adelhausen/79 kg), Thomas Gebhardt (KSV Appenweier/86 kg) und Hoijatollah Saviri (RG Waldkirch-Kollnau/92 kg). Es gilt folgender Zeitplan: Freitag: 18.30 Uhr bis 19 Uhr Wiegen der Frauen; 19.30 Uhr bis 20 Uhr Wiegen der Männer; 20.30 Uhr Empfang durch den Ausrichter. Samstag: 9 Uhr Eröffnung und Beginn der Wettkämpfe bis zur Mittagspause; ab 14 Uhr Fortsetzung der Kämpfe einschließlich Halbfinale. Sonntag: 8.30 Uhr bis 8.45 Uhr Wiegen aller Finalteilnehmer ohne Gewichtstoleranz; 9.30 Uhr Beginn der Hoffnungsrunden und Finalkämpfe um Platz 1 und 3 mit Siegerehrungen.